Gekrönter Ochse an Libyens Küste

Fregatte »Mecklenburg-Vorpommern« wird zur Operation »Sophia« ausgeschickt

Am Montag wird die Fregatte »Mecklenburg-Vorpommern« ihren Heimathafen verlassen, um am Einsatz EUNAVFOR MED, den man besser unter dem Code-Namen »Sophia« kennt, teilzunehmen. Bereits im Vorjahr hat die Besatzung vor der libyschen Küste Erfahrungen gesammelt. Dieses Mal wird sie durch ein slowakisches Boardingteam verstärkt. Denn eigentlich steht, so die Deutsche Marine, die »Bekämpfung der Schleusernetzwerke« im Zentrum des Einsatzes.

Bei der Verabschiedung dabei sein wird der CDU-Politiker Lorenz Caffier. Obgleich die Verabschiedung einer Fregatte zum Einsatz vor fremden Küsten nicht unbedingt in den Arbeitsbereich eines Landesinnenministers fällt. Doch die Ordnung des Bundesrates fügt es, dass der Kapitänleutnant der Reserve, geboren in Sachsen, derzeit Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundesrat ist. Also kann er in vielfacher Funktion ein Fähnchen des Landes übergeben, auf dem ein gekrönter Ochse zu sehen ist.

Vor nahezu genau zweieinhalb Jahrzehnten begann die Deutsche Marine globale Geltung zu erlangen. Sie beteiligte sich am Embargo der Vereinten Nationen gegen Jugoslawien. Immer mehr Einsätze kamen hinzu. Allein im Mittelmeer beteiligt man sich derzeit an vier Einsätzen der NATO oder der Europäischen Union. Man zeigt Präsenz in der Ostsee und absolviert an anderen Orten Übungen mit Verbündeten. Dabei ist die Marine materiell und aus Sicht der Besatzungen am Limit. Zumal beispielsweise zwei der drei Einsatzgruppenversorgen, die für Flüchtlingsrettung optimal ausgestattet wären, in der Werft liegen.

Doch der Rüstungsboom trifft auch die Marine. Zwei der vier neuen Fregatten sind bereits in der Erprobung, demnächst werden fünf neue Korvetten gebaut. hei

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