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Tanzende Kulturbotschafter

Die Compagnie cie. toula limnaios geht mit ihrem jüngsten Stück »tempus fugit« auf Gastspielreise

  • Von Karin Schmidt-Feister
  • Lesedauer: 3 Min.

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Im 21. Jahr ihres Bestehens tanzt die innovative Tanzcompagnie um die Choreografin Toula Limnaios und den Komponisten Ralf R. Ollertz mit ihrem jüngsten Stück »tempus fugit« gegen die »fliehenden Zeiten« und die in sie verwobenen Verkrustungen und Zerstörungen des Menschlichen an. Geschaffen für die - und gemeinsam mit den - sieben internationalen Tänzer-Protagonisten, ist diese durch starke Bilder fesselnde Dystopie, die im Dezember uraufgeführt wurde, jetzt noch einmal in der Halle Tanzbühne Berlin zu sehen. Im Herbst steht sie auf den Programmen namhafter außereuropäischer Tanzfestivals.

Gefördert vom Auswärtigen Amt, reisen die Berliner Tänzer im Oktober zum XXIII. Internationalen Tanzfestival in Nicaraguas Hauptstadt Managua sowie zum IX. Internationalen Festival für zeitgenössische Choreografie in Port of Spain, die Hauptstadt von Trinidad und Tobago. Das dortige Contemporary Choreographers’ Collective Dance Festival (COCO) wurde 2009 als Plattform für innovativen und zeitgenössischen Tanz initiiert. Das COCO ist das größte jährliche zeitgenössische Tanzfestival in der englischsprachigen Karibik. Kultureller Austausch und die bewusste Konfrontation nationaler Entwicklungen mit internationalen Trends und Workshops bestimmen auch das 1995 ins Leben gerufene Tanzfestival in mehreren Städten Nicaraguas. Es ist inzwischen ein bedeutendes Kulturevent und bringt breitere Publikumskreise in Kontakt mit nationalen und internationalen Tanzentwicklungen.

Die cie. toula limnaios gastierte bisher in Belgien, Brasilien, Dänemark, Ecuador, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Litauen, Lettland, Österreich, Polen, Schweiz, Senegal, Spanien, Venezuela und Zypern. Im letzten Jahr tourte die Compagnie mit »wut« und »wound« zudem in Panama und Mexiko. »Uns interessiert es sehr, über die Politik hinaus andere Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen - in einem Medium, das grenzüberschreitend ist und keine Sprachbarrieren kennt«, betonen Limnaios und Ollertz.

Durch Gastspiele erfahre man, wie andere auf die eigene Arbeit reagieren. Darüber hinaus sei es häufig in Workshops möglich, künstlerische und persönliche Beziehungen zu knüpfen, die über den Moment hinausreichen. Die willkommene Gelegenheit, die eigene Arbeitsweise zu überdenken, verbinde sich mit der gegenseitigen Anregung, sagen die Leiter der Berliner Compagnie: »Bestenfalls entstehen daraus für uns sogar internationale Kooperationen wie diejenige mit der brasilianischen cia. gira dança.« Manchmal könne man Künstler im Gastland zudem in schwierigen Zeiten durch internationale Verbindungen auch stärken und unterstützen.

Auf ihr bevorstehendes erstes Gastspiel in Armenien freuen sich die Ensemblemitglieder besonders. Zwei Meisterklassen und eine Lecture-Demonstration flankieren die Debüt-Vorstellung der Berliner mit »tempus fugit« beim 13. High Fest, einem internationalen Performance-Festival in der Hauptstadt Jerewan. Die Tour steht im Zusammenhang mit der geplanten Eröffnung eines Goethe-Zentrums in der armenischen Metropole. Bislang ist das Goethe-Institut in Baku und Jerewan seit 1994 mit Sprachlernzentren präsent, die mit Lesesälen und Deutschkursen Informationen zur deutschen Sprache und Kultur anbieten und vom Goethe-Institut Georgien betreut werden.

Die Berliner Tanzcompagnie um die griechische Choreografin Toula Limnaios sieht sich als tanzende Kulturbotschafterin, denn die Chiffren des Tanzes, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind universell verständlich, da sie im menschlichen Körper rund um den Globus verankert sind.

Weitere Aufführungen von »tempus fugit« am 5. und 6. sowie vom 10. bis zum 13. August in der Halle Tanzbühne, Eberswalder Straße 10, Prenzlauer Berg

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