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Energisch, markant, streitbar

Martin Roth gestorben

Der Kulturmanager Martin Roth ist tot. Der frühere Direktor des Londoner Victoria and Albert Museums (V&A) starb nach schwerer Krankheit am Sonntagmorgen in Berlin.

Der Vorsitzende des V&A, Nicholas Coleridge, würdigte Roth. Er sei »ein Mann mit ungeheurer Energie, (...) ein engagierter Europäer und ein kultureller Botschafter mit philosophischer Geisteshaltung« gewesen, hieß es in einer Mitteilung.

Roth hatte das Londoner Museum für Kunst und Design von 2011 bis 2016 geleitet. Das V&A sei »enorm betrübt«, teilte Roths Nachfolger auf dem Posten des Museumsdirektors, Tristram Hunt, am Montag per Twitter mit. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Roth die Tätigkeit in London auf eigenen Wunsch niedergelegt. Als Grund nannte er die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen. Roth gehörte zu Deutschlands wichtigsten Museumschefs. Von 1991 bis 2001 war er Direktor des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, von 2001 bis 2011 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und von 1995 bis 2003 auch Chef des Deutschen Museumsbundes.

Roth war der erste Deutsche an der Spitze eines britischen Topmuseums. Das Victoria and Albert Museum erzielte unter seiner Führung Besucherrekorde und wurde 2016 mit dem »Art Fund Prize Museum of the Year« ausgezeichnet. Roth wurde in Stuttgart geboren. Er studierte in Tübingen.

Außenminister Sigmar Gabriel nannte Roth einen der besten und einflussreichsten Museumsleiter der Welt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte Roth als »eine der markantesten und auch streitbarsten Persönlichkeiten« der deutschen und internationalen Museumswelt. »Seine Rolle in der Kultur verstand Martin Roth immer auch als politische Intervention«, schrieb Grütters in einer Mitteilung, die in der Nacht zu Montag verbreitet wurde. dpa/nd

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