Werbung

Carla Del Ponte kündigt Rückzug an

UN-Ermittlerin verlässt resigniert Syrien-Untersuchungskommission

Genf. Die ehemalige UN-Chefanklägerin Carla Del Ponte (70) hat ihren baldigen Rückzug aus der Syrien-Untersuchungskommission der Vereinten Nationen mit scharfer Kritik verbunden. »Wir haben überhaupt keinen Erfolg. Seit fünf Jahren rennen wir Mauern ein«, sagte Del Ponte der Schweizer Boulevard-Zeitung »Blick« am Rande des Locarno Filmfestivals. Sie wolle nicht weiter eine »Alibi-Ermittlerin ohne politische Unterstützung« sein. Die UN bestätigten am späten Sonntagabend den für Herbst geplanten Rückzug der Schweizer Juristin.

Es gebe in Syrien keine Guten mehr, sagte Del Ponte. »Alle in Syrien sind böse. Die Regierung Assad, die schreckliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt und Chemiewaffen einsetzt. Und die Opposition, die nur noch aus Extremisten und Terroristen besteht.« Die internationale Gemeinschaft habe nicht aus den Gräueltaten in Ruanda gelernt, kritisierte Del Ponte. Russland unterstütze vielmehr den syrischen Machthaber Baschar al-Assad und liefere Waffen. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!