Das Leben ist eine Garage

Das Ehepaar Kosovic kämpft in Kroatien seit Jahrzehnten um Entschädigung für sein willkürlich zerstörtes Haus

  • Von Elke Windisch, Dubrovnik
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Wilder Wein überwuchert das Gemäuer, eine Rose trotzt Halbschatten und karger Erde und erfüllt den Vorplatz mit betäubendem Duft. Keine zwanzig Schritte entfernt ein Panoramablick, für den Touristen viel Geld bezahlen. Die Adria glänzt in der Sonne, zum Greifen nahe eine der vier Festungen, die die Stadtmauern von Dubrovnik krönen. Doch das vermeintliche Ferienparadies ist eine Garage. Seit 26 Jahren die Behausung der Eheleute Kosovic. Ganze 24 Quadratmeter groß, auf denen lange auch die beiden längst erwachsenen Kinder lebten. »Mein Haus«, sagt der inzwischen 78-jährige Vasilija, »haben meine Soldaten zerstört.«

Vasilija Kosovic und Ehefrau Kosana, 71, sind Serben, in Bosnien geboren, aber in der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik aufgewachsen. Mit dessen Kultur und dessen Küche. »Nur das Osterfest feiern wir zwei Mal«, sagt Kosana. Nach dem katholisch-gregorianischen Kirchenkalender und nach dem orthodoxen julianischen. Anders als...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.