Schwarz-rote Schützenhilfe für Trumps atomaren Machtwahn

René Heilig über das Kuschen der Bundesregierung

Unmittelbar nach seiner »Feuer und Wut«-Rede gegen Nordkorea twitterte Donald Trump: »Meine erste Amtshandlung als Präsident war es, unser Nukleararsenal erneuern und modernisieren zu lassen.« Es sei jetzt »viel stärker und mächtiger als je zuvor«.

Erstens: Trump lügt. Die Modernisierung der US-Nuklearwaffen hat sein Amtsvorgänger, der Friedensnobelpreisträger Barack Obama, angeordnet. Und dabei die NATO in Welthaftung genommen. Die Bundeswehr hält in Büchel weiter Flugzeuge zum Transport der Bomben startklar.

Zweitens ist Trumps Getwitter kreuzgefährlich. Minuten zuvor hatte er Nordkorea mit Konsequenzen gedroht, »wie es die Welt so noch nicht gesehen hat«. Wenn man nun noch weiß, dass die modernisierten US-Atomwaffen zielgenauer, in ihrer Wirkung dosierbarer sind, also weniger ungewollte Kollateralschäden hervorrufen, ahnt man, wie gering die bei Trump ohnehin niedrige Hemmschwelle ist, Wahnsinnswaffen »präventiv« einzusetzen. Sie sinkt weiter durch die Fähigkeit der USA, nordkoreanische Raketen abfangen zu können.

Die Welt, so sagt Außenminister Gabriel, könnte blindlings in einen Atomkrieg hineinmarschieren. Stimmt, doch Schwarz-Rot hat diesen Marsch indirekt gefördert. Als die UNO im März mit Verhandlungen über ein vollständiges Verbot von Atomwaffen begann, verweigerte sich Deutschland. Man nahm Rücksicht auf die USA, statt als wichtiger Verbündeter Klartext zu reden.

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