Jens Grandt 12.08.2017 / Kultur

Zerrieben zwischen Pflicht und Neigung

SED-Parteidoktrin und Kunst widerstreiten im Wirken von Kurt Magritz auf eine symptomatische Weise

Träumerei. Selenen eines Künstlerschicksals (1975)

Die Zumutungen der Zeit schlagen nicht nur Wunden. Leidenschaftlichen Naturen zerreißen sie das Herz. Wenn sich ein Abgrund auftut, »zwischen Sehnen und Sein, zwischen Freiheitsraum und Lebensfesseln«, wie ein Formulierungskünstler dieses Blattes einmal vermerkt hat. dann stehen wir, staunend und erschüttert, vor gebrochenen Biografien.

Dass Schostakowitsch, der Antistalinist, einst Stalin eine Symphonie gewidmet hat und auf dem Weltfriedenskongress 1948 in New York den von ihm verehrten Komponisten Igor Strawinski verunglimpfte, wer weiß davon? Dass der Arbeiterdichter Max Barthel, dessen Verse Ossip Mandelstamm übersetzte, später für Goebbels Hetzpostille schrieb, wer kann das nachvollziehen? Und Mandelstamm selbst, dessen scharfzüngiges Epigramm auf den »Schnauzbart« im Kreml mehrjährige Verbannung zur Folge hatte, sah sich veranlasst, aus Angst und um seinen Frieden zu haben, Lobeshymnen auf den Diktator zu schreiben. Zwiespal...

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