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Schöner ohne Neonazis

Landesjugendring und Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus starten Sommertour

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

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In Schwedt packt ein Unbekannter eine Asylbewerberin aus Kamerun und schüttelt sie. »Ich töte alle schwarzen Leute«, droht er, und schubst die Frau zur Straße. Es nähert sich gerade ein Auto. Der Fahrer kann gerade noch rechtzeitig bremsen.

Selbe Stadt, anderer Ort: Ein Spielplatz mit Fußballtoren. Dort bolzen Flüchtlinge. Ein Reichsbürger zeigt den Hitlergruß und äußert gegenüber Zeugen: »Das Haus« - er meint das Asylheim - »steht nicht mehr lange. Jetzt kommen die Bullen, aber nachts schlafen die alle, da geht's los!«

Schwedt ist nur ein Beispiel. Auch in vielen anderen brandenburgischen Kommunen hat sich im vergangenen Jahr irgendetwas in der Art zugetragen.

1390 Brandenburger werden vom Verfassungsschutz der rechten Szene zugeordnet, 530 von ihnen werden als gewaltbereit eingestuft. Die Verhältnisse sind so schlimm, wie seit 1993 nicht mehr. Dabei könnte das Leben so schön sein. Viel schöner als jetzt wäre es ohne Neonazis.

Am Mittwochnachmittag startete auf dem Potsdamer Bassinplatz die diesjährige Sommertour »Schöner leben ohne Nazis«. Am 1. September wird in Königs Wusterhausen Station gemacht, am 2. September in Buckow, am 8. September in Lübbenau, am 9. September in Falkensee, am 16. September in Luckenwalde, Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel sowie am 19. September in Spremberg und am 29. September in Hennigsdorf. Die Besucher erwartet ein Programm mit Musik, Graffiti, Breakdance und Gesprächsrunden. Der Eintritt ist frei.

Veranstalter sind der Landesjugendring und das Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Die F. C. Flick-Stiftung fördert die Kampagne schon lange - mit 40.000 Euro im Jahr.

»Die Sommertour setzt im Bundestagswahlkampf ein wichtiges Zeichen gegen rechtspopulistische Stimmungsmache und vermittelt ein positives Lebensgefühl«, sagt Melanie Ebell, Geschäftsführerin des Landesjugendrings. Für die Flick-Stiftung ergänzt Susanne Krause-Hinrichs: »Ein buntes Programm für eine bunte Gesellschaft - mit ihren abwechslungsreichen Freizeitangeboten setzt sich die Sommertour auch in diesem Jahr eindrucksvoll für eine offene Gesellschaft und gegen rechte Hetzparolen ein.«

Es gibt Turnbeutel und T-Shirts mit dem Slogan »Schöner leben ohne Nazis« zu kaufen, Lutscher, Sonnenbrillen, Strandmatten und andere Dinge werden verteilt.

Anna Spangenberg vom Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus erklärt, was damit bezweckt wird: »Dass sich immer mehr Jugendliche mit der Kampagne identifizieren und durch die angebotenen Materialien eine gute Möglichkeit haben, um sich zu positionieren.«

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