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Kaugummi als Schnelltest

Vor allem bei Zahnimplantaten ist es wichtig, gefährliche Entzündungen im Mund früh zu erkennen

Ein neuer Kaugummi-Schnelltest soll künftig frühzeitig bakterielle Entzündungen im Mund erkennen helfen. Die Idee ist so einfach wie hilfreich: Durch einfaches Kauen erkennt der Patient selbst, ob es ein Problem gibt. Im Falle einer Entzündung schmeckt der Kaugummi nach wenigen Minuten bitter. Diese neue Möglichkeit der Schnelldiagnose mithilfe der eigenen Zunge könnte vor allem für Träger von Zahnimplantaten sinnvoll sein.

»Das Hauptproblem mit Implantaten ist, dass sich nach fünf oder zehn Jahren Bakterien dort entwickeln können. Und der Patient merkt die Entzündungen im Mundraum nicht, weil durch die Implantate die Nerven komplett zerstört sind«, erklärt Lorenz Meinel von der Universität Würzburg. Das betreffe ein bis fünf Prozent aller Implantate. Eine Entzündung könne dann im schlimmsten Fall schon viel Gewebe und Knochen zerstört haben, bevor sie entdeckt werde.

Meinel und sein Team haben das neue Diagnosemittel mit Forschern der Universität Düsseldorf sowie von Forschungseinrichtungen aus Berlin und Jena entwickelt. Über das Verfahren berichten sie im Fachjournal »Nature Communications« (DOI: 10.1038/s41467-017-00340-x). Für erste Tests hatte das Team der Uni Würzburg Speichel von gesunden und erkrankten Patienten genutzt.

Bei Entzündungen werden im Mund spezifische protein-abbauende Enzyme aktiviert. Innerhalb von nur fünf Minuten zerschneiden sie auch einen speziellen Inhaltsstoff des Kaugummis. Dadurch wird ein Bitterstoff frei, der vorher nicht zu schmecken war. Der Patient könnte dann zum Zahnarzt gehen, um die Entzündung gegebenenfalls behandeln zu lassen.

Wie Frank Schwarz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, findet, hat das Team um Meinel noch nicht den idealen Marker für eine beginnende Entzündung gefunden. Auch für Meinel ist der Kaugummi noch nicht marktreif. Bislang sei er noch nicht an Menschen getestet worden. Das sei der nächste Schritt. Dann aber könnte der Kaugummi schon in den nächsten zwei bis drei Jahren von Patienten und Zahnärzten genutzt werden, hofft er. dpa/nd

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