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Wir sehen hier ein Denkmal in seinem unschuldigen Urzustand, in dem es noch alles werden kann: Es kann einmal seine Betrachter unmissverständlich zur Reflexion auffordern (»Denk mal!«). Es kann aber auch - gleich einem Brand- oder Wundmal - auf etwas Unangenehmes hinweisen, das die Betrachter gerne verdrängen würden, weshalb die Betrachtung des Mals wahlweise beschämt oder empört. Oder es soll genau das Gegenteil von allem bewirken: das Denken ausschalten, Geschichte glattgebügelt heroisieren. Viele Denkmäler gehören in letztere Kategorie; sie sind Machtmanifestation, Stein gewordene Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte.

Noch ist dieses Denkmal also nicht ideologisch missbraucht worden. Leider bleiben Denkmäler nicht in ihrem Urzustand, der die Möglichkeit bietet, dass die Betrachter selbst sich ihre Vorstellung von dem machen, was auf dem Sockel stehen könnte. Auf den Sockel werden Monumente gesetzt; je größer und wuchtiger sie sind, desto mehr sollen sie überwältigen.

Und so werden in politischen Wendezeiten die Denkmäler als Erstes geschleift. Was leichtfällt, denn Menschen aus Marmor oder Stein lassen sich moralisch unbedenklicher lynchen als jene aus Fleisch und Blut. In den USA, in Durham im Bundesstaat North Carolina haben in dieser Woche Demonstranten einer Statue einen Strick um den Hals gelegt und sie von ihrem Sockel gestürzt. Das Standbild war Soldaten gewidmet, die während des amerikanischen Bürgerkriegs auf der Seite der Konföderierten kämpften. Die Statue stellte einen Soldaten in grauer Uniform dar, das Denkmal trägt die Inschrift »In Memory of the boys who wore the gray« (In Erinnerung an die Burschen, die das Grau trugen). Die Aktion, so die Aktivisten, sei eine direkte Antwort auf die gewalttätigen Attacken von Rechtsextremisten auf linke Gegendemonstranten wenige Tage zuvor im Südstaaten-Städtchen Charlottesville. Bei den Angriffen war eine junge Frau getötet worden.

Und so ist - für eine Weile zumindest - das Denkmal wieder im unschuldigen Urzustand. Leider wissen wir nicht, ob die die Aktivisten sich vor dem Denkmalsturz Gedanken darüber gemacht haben, was an die Stelle des namenlosen Konföderierten gestellt werden könnte. jam Foto: dpa/Brian Woolston [M]

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