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Blockade gegen Braunkohle

Im Rheinland beginnt Protestcamp / Aktionen zivilen Ungehorsams geplant

Erkelenz. Umweltaktivisten haben am Freitag eine der größten Protestaktionen gegen die Förderung von Braunkohle im Rheinland begonnen. Mehrere Tausend Menschen haben in Erkelenz ein Camp aufgeschlagen und planen in den kommenden zwei Wochen Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen die Braunkohleindustrie. »Wir werden Grenzen überschreiten, Gesetze übertreten. Aber wir werden achtsam miteinander umgehen und keine Menschenleben gefährden«, sagte eine Sprecherin.

Die so genannten Aktionstage im Rheinland finden auch angesichts des Weltklimagipfels im November in Bonn statt. Große Umweltverbände wie BUND und Greenpeace haben für den 26. August zu einer Menschenkette am Tagebau Hambach aufgerufen, die sich zu einer roten Linie formieren soll mit der Botschaft an den Energiekonzern RWE: Bis hierhin und nicht weiter.

Die Aachener Polizei schließt mit Blick auf anderen Aktionen gewaltsame Proteste nicht aus. Sie wird von Einsatzkräften aus ganz NRW unterstützt und kündigte eine konsequente Strafverfolgung an. Die Polizei werde dafür Sorge tragen, dass die Infrastruktur des Braunkohleabbaus weder angegriffen noch beschädigt werde.

Der Energiekonzern RWE warnte unterdessen die Teilnehmer des Klimacamps davor, in Anlagen von Tagebauen und Kraftwerken einzudringen. Es bestehe Lebensgefahr. »Das Eindringen in betriebliche Anlagen oder die Blockade von Infrastruktur sind nicht akzeptabel«, hieß es in einer Mitteilung. Wer das ignoriere, werde angezeigt. Das Unternehmen sicherte die Tagebaue nach eigenen Angaben mit Erdwällen und Zäunen und stellte Warnschilder auf. Die örtliche Industriegewerkschaft Bergbau IG BCE rief ihrerseits zu Mahnwachen gegen die Blockadeaktionen auf. »Wir wollen daran erinnern, dass auf der anderen Seite der Proteste Menschen arbeiten«, heißt es auf einem Flugblatt der Gewerkschaft. Die wollten nach der Arbeit heil nach Hause kommen, genauso wie die Polizisten.

Zahlreiche Umweltverbände und Initiativen haben sich solidarisch mit den Protestplänen des Aktionsbündnisses erklärt: »Wir können angesichts der bedrohlichen Klimakatastrophe nachvollziehen, wenn sich jetzt Menschen zum zivilen Ungehorsam gegen den Kohleabbau gezwungen sehen«, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Erklärung unter anderem von BUND und Umweltinstitut München. Ziviler Ungehorsam gegen existenzielle Gefahren und Missstände habe eine lange und bedeutende demokratische Tradition. dpa/nd

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