Werbung

»Die Arbeitgeber halten uns seit zwei Jahren hin«

Vor der nächsten Tarifrunde im Einzelhandel kommende Woche wurde am Freitag noch einmal gestreikt

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Am Montag findet die nächste Tarifverhandlung im Einzelhandel statt, jetzt wurde noch einmal gestreikt. Wie sind die bisherigen zwei Verhandlungsrunden gelaufen?

Wir sind nicht wirklich vorangekommen, nur kleine Schritte sind gelungen. Wir hatten bisher ein Angebot der Unternehmen von 2 und 1,8 Prozent Lohnerhöhung, jeweils auf ein Jahr, mit zwei Nullmonaten. Das ist zu wenig. Das deckt nicht einmal die Inflation ab. Unser Ziel ist es, wenigstens das Vergütungsniveau der Vergangenheit zu sichern. Darüber hinaus wollen wir gerne etwas mehr erreichen. Eine Erhöhung von 1,8 Prozent reicht nicht aus.

Mittlerweile wurden in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern erste Tarifabschlüsse mit Lohnerhöhungen von 2,3 und 2 Prozent sowie einer Einmalzahlung erzielt.

Ich gehe mal davon aus, dass die Arbeitgeber in Berlin und Brandenburg das als Angebot unterbreiten werden. Wir werden uns entscheiden müssen, ob uns das in dieser Tarifrunde genügt. Für Brandenburg kann ich sagen, dass uns das nicht genügt. Da brauchen wir auf jeden Fall die Angleichungsschritte beim Urlaubs- und beim Weihnachtsgeld. Dazu haben wir in der letzten Tarifrunde 2015 mit den Arbeitgebern eine Verabredung getroffen. Sie sollten innerhalb der zwei Jahre Friedenspflicht Angebote unterbreiten, wie die Angleichung an das Berliner Niveau erreicht wird. Dazu kam aber nichts. Die Arbeitgeber haben uns zwei Jahre hingehalten. In dieser Tarifrunde wird es erst dann einen Abschluss geben, wenn die Angleichung erreicht ist.

Wie schätzen sie die Ergebnisse aus den anderen Bundesländern ein?

Mit den 2,3 Prozent ist die Inflationsrate abgedeckt. Ich würde mir natürlich gern etwas mehr wünschen. Die Arbeitgeber hatten aber in der bisherigen Tarifrunde zunächst angeboten, einen Teil der Tariferhöhung durch eine Einmalzahlung abzudecken. Das haben wir letztlich abgewendet und dafür gesorgt, dass die komplette Erhöhung in die Tabelle fließt und damit dauerhaft wird. Das ist wichtig, weil mit Blick auf die Lohnentwicklung die Marken gesetzt werden, die dann auch in der Zukunft für die Lohnentwicklung maßgeblich sein sollen. Das ist der Erfolg.

Warum werden die Tarifverhandlungen für Berlin und Brandenburg getrennt geführt?

Vor Jahren hatten wir uns einmal darauf geeinigt, dass die beiden Tarifrunden aus Effektivitätsgründen zusammen verhandelt werden. Die Arbeitgeber haben in der ersten Verhandlungsrunde dieses Jahr gefordert, getrennt zu verhandeln. Da kann man wenig dagegen sagen. Wir haben nun mal zwei verschiedene Tarifverträge.

Lange Rede, kurzer Sinn: Am Montag wird für Berlin verhandelt, am Mittwoch für Brandenburg. Wir von ver.di werden dafür sorgen, dass bei den Verhandlungen jeweils Vertreter von der anderen Tarifrunde beratend zur Seite stehen.

Und mit dem Streik stimmen sie sich auf die Verhandlungen ein?

Mit dem Streik wollten wir zeigen, dass die Leute bereit sind, für ihre Forderungen zu kämpfen. Das sind sie. Wir haben nur eine kleine Anzahl von Betrieben bestreikt, auch weil aufgrund der Urlaubszeit nicht alle Aktiven da sind. Darüber hinaus haben wir noch einmal den Schulterschluss zwischen den Berlinern und den Brandenburgern organisiert, dass sie sich gegenseitig unterstützen. Sodass die Brandenburger endlich die Angleichung bekommen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen