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Frauen an der Harfe

Musik und Gender

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Musik hat nach Ansicht der Genderforscherin Eva Rieger Einfluss auf die Geschlechterrollen. Zwar sei die Gleichberechtigung von Männern und Frauen mittlerweile anerkannt, unterschwellig aber werde durch Musik die Trennung der Geschlechter fortgeführt, sagte die ehemalige Bremer Musikwissenschafts-Professorin. So gebe es etwa in der Oper des 19. Jahrhunderts «weibliche» und männliche« musikalische Muster: Männer würden dort mit militärischen, fröhlichen und lebendigen Melodien vorgestellt. »Frauen dagegen sterben weitaus häufiger als Männer in den Opern.« Ihnen würden eher Leid ausdrückende, volkstümlich-einfache oder neckisch umgarnende Melodiefolgen zugeordnet.

Die Wurzeln sieht Rieger in der Entmachtung des Adels durch das Bürgertum am Ende des 18. Jahrhunderts. In dieser Zeit sei die Individualität in den Mittelpunkt gestellt worden, und zwar die des Mannes, erläuterte die Musikhistorikerin. Den Geschlechtern seien damals gegensätzliche Merkmale zugeordnet worden. Männer galten als stark und dominant. »Die bürgerliche Frau dagegen hatte lieblich zu sein und dem Mann zu dienen.« Auch in der Musik würden Frauen weniger ernst genommen. Das zeige sich etwa an der Wahl der Instrumente: »Männer werden von lauten Blechblasinstrumenten begleitet, Frauen von leisen Holzbläsern.«

Bis heute verstärke Musik, etwa in Filmen oder in der Werbung, die Verbindung von Geschlecht mit bestimmten Charaktereigenschaften, betonte Rieger. Die Folgen seien etwa im Kulturbetrieb sichtbar: So fänden sich in Orchestern umso weniger Frauen, je höher das Ansehen des Orchesters sei. »Und das, obwohl 50 Prozent der Studierenden an Musikhochschulen weiblich sind.« Frauen griffen häufiger zu Instrumenten wie Flöte oder Harfe anstatt die lauten und großen Instrumente zu lernen. epd/nd

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