Werbung

Immer weniger Menschen sitzen im Knast

  • Von Andreas Rabenstein
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Zahl der Häftlinge in Gefängnissen ist trotz der wachsenden Stadt in den vergangenen 15 Jahren deutlich gesunken. Ende 2016 saßen 3978 Menschen - überwiegend Männer - in den Gefängnissen. Das geht aus einer Antwort der Senatsjustizverwaltung auf eine Schriftliche Anfrage des FDP-Abgeordneten Marcel Luthe hervor. In den Jahren vor 2010 waren es regelmäßig mehr als 4500 Gefangene. Höchststände wurden 2004 (5031 Häftlinge) und 2006 (5117 Häftlinge) erreicht. Dieser Trend der vergangenen 15 Jahre ist nicht auf Berlin beschränkt, sondern gilt für fast alle Bundesländer. Ein Grund ist, dass Gerichte in leichteren Fällen statt Gefängnisstrafen oft auch Geldbußen oder Sozialstunden verhängen. Gesunken ist in Berlin auch die Zahl der Insassen mit Jugendstrafen, die unter 21 Jahre alt sind. Im Jahr 2002 waren es 358, vier Jahre später 447 und Ende des vergangenen Jahres nur noch 207. Die meisten Berliner Häftlinge sitzen im Gefängnis Moabit (896), in der Justizvollzugsanstalt Tegel (843), der JVA Heidering (606) und der JVA Plötzensee (439).

Die Zahl der registrierten Verbrechen und der Verdächtigen in der Polizeistatistik hat sich im gleichen 15-Jahres-Zeitraum nicht ganz parallel entwickelt. 2002 gab es noch 584 000 erfasste Straftaten und 164 000 Verdächtige. Die Zahlen sanken in den folgenden Jahren bis 2006 deutlich auf 497 000 Delikte und 135 000 Verdächtige. Währenddessen stieg die Zahl der Gefängnisinsassen. In den folgenden Jahren saßen immer weniger Menschen in den Gefängnissen, während die Polizei wieder mehr Straftaten (2016: 568 000) und Verdächtige registrierte (148 000). Allerdings kam der Zuwachs bei den erfassten Taten vor allem durch Diebstähle sowie durch Einbrüche zustande, die kaum aufgeklärt werden. Die Zahlen bei den schwereren Verbrechen, also etwa Gewalttaten wie Raubüberfällen, Körperverletzungen, Vergewaltigungen bis hin zu Tötungsdelikten veränderten sich wenig. FDP-Innenpolitiker Luthe forderte unterdessen einen besseren Schutz der Gesellschaft durch die Verhängung von mehr Haftstrafen. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen