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Fabian Hambüchen soll das Geld einsammeln

Nach Robert Harting will nun der Turnolympiasieger als neuer Gesellschafter der Sportlotterie deutsche Spitzenathleten zu einer besseren Förderung verhelfen

  • Von Alexander Sarter
  • Lesedauer: 3 Min.

Fabian Hambüchen gehört ab sofort zur Gesellschafterriege der Deutschen Sportlotterie. Mit ihm und einer veränderten Förderstrategie soll alles besser werden.

Von Alexander Sarter,

Frankfurt am Main

Der Reckheld soll den Aufschwung bringen: Mit dem Einstieg von Fabian Hambüchen als Galionsfigur hat die Deutsche Sportlotterie einen weiteren Versuch gestartet, um endlich eine gewichtige Rolle bei der Spitzensportförderung zu spielen. Neben dem neuen Gesellschafter wurde auch ein neues Konzept präsentiert. Ab sofort werden alle Topathleten der olympischen Sportarten unterstützt - mehr als ein symbolischer Betrag ist vorerst aber immer noch nicht drin.

»Es ist ja bekannt, dass ich mich gerne mal sehr kritisch äußere und in alle Richtungen schieße«, sagte Turnolympiasieger Hambüchen, der am Montag in Frankfurt am Main zum sechsten Gesellschafter neben Philipp Lahm, Henry Maske, Lotto Hessen, Allegro Invest SE und der Deutschen Sporthilfe (DSH) aufgestiegen ist: »Das Ziel dabei ist immer, die Sportförderung anzukurbeln. Das ist ein riesiger Ansporn für mich.«

Bisher wurden von Februar 2016 bis Februar 2017 zehn Athleten (darunter Beachvolleyballerin Kira Walkenhorst, Kanute Sebastian Brendel und Boxer Artem Harutyunyan) mit insgesamt 55 000 Euro unterstützt. Ab dem kommenden Jahr sollen alle 320 Topathleten der DSH mit insgesamt 96 000 Euro gefördert werden. Jeder Sportler erhält demnach einmalig 300 Euro innerhalb der nächsten zwölf Monate. Mittelfristig will die Lotterie dafür sorgen, dass ein Topsportler über einen Grundbetrag von 600 Euro im Monat verfügen kann, doppelt so viel wie bisher. Langfristig sollen es 1000 Euro sein. Vorbild ist nach wie vor das Fördersystem in Großbritannien, das dank seiner Sportlotterie jeden Spitzenathleten mit 50 000 Euro im Jahr unterstützen kann.

»Das Ganze ist ein langes Projekt«, sagte der Sporthilfe-Vorstandsvorsitzende Michael Ilgner: »Es ist noch ein weiter Weg. Wir unternehmen aber alles für den Erfolg.« Mit Blick auf den Vertrieb wird die Lotterie ab Oktober Fortschritte machen. Dann werden die Lose neben dem Internet nicht nur beim hessischen Lotto, sondern auch in einem weiteren Bundesland angeboten. Welches das sein wird, soll Anfang Oktober bekanntgegeben werden. Zudem laufen derzeit Gespräche mit einem weiteren Bundesland und einer Supermarktkette. »Wir müssen die finanzielle Basis verbreitern. Dabei hoffen wir auf einen Dominoeffekt. Die Sportlotterie sollte an jeder Ecke verkauft werden«, sagte Geschäftsführer Heinz-Georg Sundermann: »Nicht jeder Deutsche kennt die Sportlotterie, daran müssen wir arbeiten.«

Um die Lotterie nach vorne zu bringen, rührten Siebenkampf-Vizeweltmeisterin Carolin Schäfer und Henry Maske die Werbetrommel. »Das Ergebnis ist längst noch nicht da, wo wir es uns wünschen«, sagte Maske: »Wir müssen wissen, dass es ausschließlich mit Enthusiasmus kaum möglich ist, international weit oben zu stehen.« Schäfer hofft darauf, dass »eine nationale Bewegung wie in Großbritannien« entsteht: »Dort steht die ganze Nation hinter den Sportlern. Es ist einfach schade, dass die Leistung in Deutschland nicht richtig wertgeschätzt wird.«

Die Deutsche Sportlotterie entstammt einer Idee von Diskusolympiasieger Robert Harting. Sie existiert seit Februar 2015. Im November des vergangenen Jahres wurde sie umstrukturiert und Lotto Hessen angegliedert. Die Lose kosten einen Euro, 2,50 oder fünf Euro und versprechen einen Hauptgewinn von wöchentlich einer Million Euro. SID/nd

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