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Wissenschaftler fordern Kampfroboter-Verbot

Über 100 führende Stimmen aus der Robotertechnik fordern ein internationales Verbot autonomer Offensivwaffen

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San Francisco. Mehr als 100 Unternehmensführer aus den Bereichen Robotertechnik und künstlicher Intelligenz haben sich für ein internationales Verbot autonomer Offensivwaffen - sogenannter Killer-Roboter - ausgesprochen.

In einem offenen Brief an die Vereinten Nationen, der am Sonntag vom gemeinnützigen Future of Life-Institut veröffentlicht wurde, warnten Tesla-Gründer Elon Musk und 115 weitere Unternehmenschefs vor einer gefährlichen »dritten Revolution in der Kriegsführung«.

Die »tödlichen autonomen Waffen« könnten Kriege führen, die um ein Vielfaches größer und schneller seien als Menschen es begreifen könnten, hieß es in dem Schreiben. Sie könnten zu »Waffen des Grauens« werden, zu Waffen, »die Despoten und Terroristen gegen unschuldige Bevölkerungen einsetzen« oder zu Waffen, die - wenn sie gehackt würden - außer Kontrolle geraten könnten. »Ist diese Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, wird es schwer, sie wieder zu schließen,« mahnten die Unterzeichner. Und weisen darauf hin, dass es nicht mehr viel Zeit besteht, um dagegen vorzugehen.

Die Vereinten Nationen befassen sich seit 2013 mit automatischen Waffensystemen. Für Montag war ein Treffen einer UN-Expertengruppe zu dem Thema vorgesehen, doch wurde der Termin auf November verschoben.

Tausende Wissenschaftler hatten sich bereits 2015 für ein Verbot autonomer Offensivwaffen ausgesprochen. Unterzeichnet wurde das damalige Schreiben an die UNO unter anderem von dem britischen Astrophysiker Stephen Hawking, Apple-Co-Gründer Steve Wozniak und Sprachwissenschaftler Noam Chomsky. Neben Elon Musk warnt auch Hawking regelmäßig über die Gefahren künstlicher Intelligenz, wenn sie etwa für militärische Zwecke eingesetzt wird.

Die in der »Kampagne gegen Killer-Roboter« (Campaign to stop Killer Robots) vereinten 54 Nichtregierungsorganisationen aus 25 Ländern fordern seit 2013 ein völkerrechtlich verbindliches internationales Abkommen zum Verbot derartiger Waffen. Teil der Kampagne sind unter anderem die Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch, Amnesty International und die NGO »International Committee for Robot Arms Control«.

Die Forscher betonen, dass bei dem Einsatz selbstständiger Kampfroboter im Krieg der Befehlsweg in militärischen Strukturen verschwimmt und es schwierig wird, etwa die Schuldigen bei Kriegsverbrechen zu identifizieren. Dadurch steige die Gefahr, dass unbeteiligte und unschuldige Zivilisten getroffen werden, dramatisch an. Zudem würde der Einsatz derartiger Waffensysteme gegen das geltende humanitäre Völkerrecht verstoßen, das ausdrücklich darauf ausgerichtet ist, Zivilisten bei kriegerischen Auseinandersetzungen zu schützen. Agenturen/nd

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