Werbung

Die Armenier haben wenig vom Kupfer

Die Bergbauindustrie nützt nur den Oligarchen

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Fabrik in Alawerdi hatte ihre Blütezeit, als Armenien noch zur UdSSR gehörte. Die Kupferindustrie war der Stolz des Bergbaustädtchens und verschaffte nahezu allen männlichen Einwohnern Arbeit. Aber mit der Auflösung der Sowjetunion 1991 setzten Niedergang und Verfall ein. Die Fabrik musste massiv Arbeitsplätze abbauen.

Armine Ishkanian, Dozentin an der London School of Economics, hat in ihrer Studie »Challenging the Gospel of Neoliberalism? Civil society opposition to mining in Armenia« die Bergbauindustrie in dem Land unter die Lupe genommen. Sie kommt darin zu folgender Schlussfolgerung: »Obwohl die Regierung weiterhin behauptet, dass der Bergbau zu Armutsminderung und Wirtschaftswachstum führt, zeigen die Fakten das Gegenteil, nämlich dass ein hohes Maß an Armut und Ungleichheit besteht.« Die Regierung biete Unternehmen eine Ware an, die »theoretisch allen Armeniern gehört«. Damit diese daraus einen Nutzen ziehen könnten, müsste der Staat die Unternehmen besteuern. »Stattdessen verschenkt die armenische Regierung die Ressourcen der Bergbauindustrie buchstäblich«, meint Ishkanian und hegt einen Verdacht: »Anstatt die Einnahmen auf das Staatsbudget zu übertragen, um allen Armeniern zu helfen, wird das Geld in die Taschen einiger Oligarchen geschleust.« Für die Expertin ist dies nichts Anderes als »Diebstahl«.

Trotz staatlicher Hilfe: Umweltschützer und sinkende Kupferpreise auf dem Weltmarkt bedrohen die Existenz des Kombinats. Falls die Fabrik schließt, wäre es eine weitere Katastrophe für Alawerdi, dessen Einwohnerzahl aufgrund der großen gesellschaftlichen Umwälzungen nach dem Zerfall der Sowjetunion bereits von 26 000 auf 13 000 gesunken ist. Die Stadt kann es sich kaum leisten, die verbliebenen 580 Arbeitsplätze in der Kupferfabrik zu verlieren. Jens Malling

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!