Werbung

So was von normal

Uwe Kalbe über die Bertelsmann-Studie zur Integration von Muslimen

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Öffentliche Debatten, aber auch Stimmungsbeschreibungen im privaten Umfeld hinterlassen einen verheerenden Eindruck. Muslime bedrohen die Gesellschaft, vermittelt diese allgemeine Stimmung. Die Unterstellung zeigt zweierlei: Einmal eine verbreitete Ablehnung von Seiten der Aufnahmegesellschaft. Und zum anderen Unkenntnis über die wahren Verhältnisse. Denn eine Bedrohung geht von der Mehrheit der Muslime nicht aus, wie die jüngste Untersuchung der Bertelsmann Stiftung zeigt.

Das heißt nicht, dass es keine fanatischen Muslime gibt. Es heißt nicht, dass die muslimischen Attentäter der Jahre in London, Madrid oder Berlin sich keiner religiösen Chiffren bedient hätten, auch wenn das noch nicht vollständig ihre Motive erklärt. Aber es heißt doch, dass die beinahe hysterische Suche nach religiöser Erklärung zwar zu Abgrenzung führt, aber zu nichts führt. Weil die Religiosität von Muslimen gar nicht Grund ihrer Distanz gegenüber dem Westen ist. Sie ist auch kein Hindernis ihrer Integration. Muslime sind so »normal« wie andere Menschen, sie lernen und arbeiten und leben nach so durchschnittlichem Muster wie Einheimische, wenn man sie lässt. Es dauert halt zwei, drei Generationen, bis es schwieriger wird, sie zu unterscheiden. Und wichtig ist, sie zu respektieren, statt ihnen mit Misstrauen zu begegnen, das auch noch meist religiös begründet ist.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!