Kingston am Hudson

Neue Texte: »Das Singen der Sirenen«

  • Von Michael Wildenhain
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.

Mae lässt ihn auf den letzten fahlen Wassern seines Schlafs wie ein Luftgeist treiben, betört ihn, alles hinter sich zu lassen, zu vergessen, nie davon gewusst zu haben, Berlin bloßes Trugbild, Wüste aus märkischem Sand.

So wird es sein in den folgenden Tagen in Kingston am Hudson.

In einem Amerika, das ihm vorkommt wie eine Mischung zweier Staaten, erste Welt und dritte, Technologie und Erbärmlichkeit in den auf ihn wenig imposant wirkenden Schluchten von Manhattan. College auf grünem Hügel, umgeben von Besitzungen, deren Kultiviertheit die Landschaft wie ein Park erscheinen lassen. Alle Spuren der Ureinwohner getilgt, die Herrschaft mit ihren Gärtnern, ihrem Dienstpersonal. Der Poets Walk, genau bemessenes Stück Land, auf dem man zum Ufer des Hudson wandern darf, nur durch die Bahnlinie getrennt, deren klimatisierte Züge von wichtigen Schaffnern behütet werden, Uniformen wie aus einem Kostümfilm, akkurat wie die Fahrer der ...


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