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Minilöhne und Extraprofite

Simon Poelchau findet steigende Gewinne nicht gut

Das ist doch eine schöne Nachricht: Jeder dritte Konzern konnte im ersten Halbjahr seine Gewinnprognosen nach oben korrigieren, wie die Unternehmensberater von »EY« verkündeten. Wegen guter Konjunktur. Da will man meinen, dass vom ganzen Aufschwung auch unten etwas ankommt.

Leider ist dem nicht so. Es gibt hierzulande noch viel Armut. In abgehängten Bundesländern wie Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern hat mehr als jeder Fünfte weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung. Besonders stark von Armut betroffen sind Alleinerziehende. Und auch in Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg, wo die Wirtschaft rund läuft, ist mehr als jede zehnte Person »von Armut gefährdet«, wie es im offiziellen Sprech heißt. Das Problem ist indes nicht vom Himmel gefallen, es ist von der Politik gemacht. So verdoppelte sich seit den Hartz IV-Reformen die Zahl derjenigen, die auf einen Nebenjob angewiesen sind, auf 2,7 Millionen Menschen. Denn wenngleich Mittellosigkeit vor allem Erwerbslose betrifft, so sind hierzulande auch viele Menschen trotz Arbeit arm, weil die Löhne zu gering sind.

So sind die Gewinne der Reichen die Verluste der Armen, weil Minilöhne gleichbedeutend mit Extraprofiten für Konzerne sind. Es ist Zeit, die Spielregeln zu ändern.

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