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Keine Familien für Syrer

De Maizière will Nachzug weiter aussetzen

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Berlin. Das Plädoyer von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für eine weitere Aussetzung des Familiennachzugs für bestimmte Flüchtlingsgruppen ist auf heftige Kritik gestoßen. Besonders bei einem Innenminister sei diese Haltung nicht nachvollziehbar, sagte die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks »Brot für die Welt«, Cornelia Füllkrug-Weitzel, am Donnerstag in Berlin. In allen Ländern der Welt könne man beobachten: »Je länger der Verbleib in Sammelunterkünften und das Ausbleiben des Familiennachzuges währen, desto höher ist das Maß an Frustration und jeder Sorte von unvorhersehbarem Verhalten«, sagte sie. Wenn man wolle, dass sich junge Menschen integrieren und Traumata bewältigen, »darf man sie nicht länger irgendwo hängenlassen«, sagte Füllkrug-Weitzel, deren Hilfswerk auch Flüchtlingshilfe in den Lagern in Jordanien und Libanon betreibt. Junge »Heißsporne« entwickelten sich anders, wenn sie mit Eltern und Großeltern zusammen seien, sagte sie.

De Maizière hatte bei einer Veranstaltung der »Heilbronner Stimme« am Dienstagabend gesagt, dass er dafür wäre, den Familiennachzug für subsidiär geschützte Flüchtlinge auch über März 2018 hinaus auszusetzen. Im Frühjahr nächsten Jahres läuft die von der großen Koalition 2016 beschlossene zweijährige Sperre aus, die dazu führt, dass Flüchtlinge mit diesem untergeordneten Schutz derzeit ihre »Kernfamilie« - also Eltern oder Kinder - nicht nach Deutschland holen dürfen. Betroffen von der Regelung sind vor allem Syrer.

De Maizière begründete seine Haltung zum einen mit einer zu erwartenden »erheblichen Zahl« an Nachzügen. Geschätzt werde, dass pro Flüchtling ein Angehöriger nachziehe. Zudem argumentierte er, man wolle Eltern nicht ermutigen, Kinder auf die gefährliche Flucht zu schicken, um dann nachziehen zu können.

LINKE-Chefin Katja Kipping serklärte, dass die Aussetzung des Familiennachzugs für Kriegsflüchtlinge »menschenrechtlich unhaltbar« sei. De Maizière entlarve das CDU-Wahlkampfmotto »Mehr Respekt für Familien« als Lüge und fische »mal wieder im trüben Teich der AfD«. Alle Erfahrungen würden zeigen, dass Familienzusammenführung für Integration und Teilhabe unablässig seien. Der Bundesinnenminister gefährde die Integration in Deutschland und sei »eine Katastrophe für die Flüchtlingspolitik«. Agenturen/nd

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