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Bis der Markt zusammenbricht

Alexander Ludewig ist gegen Financial Fairplay im Fußball

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 2 Min.

Am Donnerstag schloss sich das sogenannte Transferfenster. Eiligst verpflichteten Fußballklubs noch Spieler, so dass Rekordmeldungen ständig aktualisiert werden mussten. Fest stand schon vorher: Mehr als 66 000 Transfers wurden in diesem Sommer realisiert, die Ausgaben betragen mehr als fünf Milliarden Euro. Der Aufreger aber heißt noch immer Neymar. Weil sein Wechsel von Barcelona nach Paris für 222 Millionen Euro neue Maßstäbe setzte.

Fans werden zu Fatalisten, Zuschauer zu Zynikern. Wer will es ihnen verdenken angesichts solcher Entwicklungen im Sport? Nicht selten ist zum Beispiel die Meinung, dass man Doping freigeben solle. Zu verhindern sei es ja eh nicht. Das geht natürlich nicht. Denn Doping gefährdet die Gesundheit. Und allein die Vorstellung, dass Kinder dann damit schon in Berührung kommen könnten, verbietet den Gedanken.

Beim Finanzdoping im Fußball kann man sich das schon mal vorstellen. Denn interessant ist, wer sich warum darüber beschwert. Es ist auch wieder der FC Bayern, der Wasser predigt und Wein trinkt. »Es ist wichtig, dass sich der Fußball seiner Verantwortung stellt«, findet Klubchef Karl-Heinz Rummenigge. Wo aber fängt sie an, wo endet sie? Bei Transfers in Höhe von 100 Millionen Euro, wie sie die Münchner in diesem Sommer vollzogen haben? Eine andere Rechnung sieht den FC Bayern sogar auf Platz fünf in Europa - mit einem Transferminus von 80 Millionen. Und: Innerhalb der Bundesliga, die mit fast 600 Millionen auch einen neuen Transferrekord aufgestellt hat, ist der Rekordmeister nicht unbedingt dafür bekannt, Gerechtigkeit oder Gehaltsobergrenzen zu fordern.

Ob nun die Bayern oder andere Klubs: Wer sich jetzt beschwert, macht im Grunde das Gleiche und fürchtet nur den Anschluss zu verlieren. Deshalb: Financial Fairplay abschaffen! Bringt eh nichts, siehe Neymar. Soll der turbokapitalistisch überhitzte Markt doch hergeben, was er hat - bis er zusammenbricht. Das Spiel und die Liebe zu ihm werden nicht sterben. Man muss es nur neu organisieren - dann vielleicht auch ohne korrupte Funktionäre.

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