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Altersarmut steigt weiter an

Anspruch auf Grundsicherung nimmt besonders bei Senioren und Seniorinnen ohne deutsche Staatsbürgerschaft zu

Düsseldorf. Immer mehr ältere Menschen beziehen Grundsicherung. Die Zahl von älteren Beziehern der Hilfeleistung ist zwischen 2006 und 2016 um 44 Prozent gestiegen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht.

Im vergangenen Jahr waren demnach 525.600 Senioren auf die Existenzsicherung angewiesen, zehn Jahre zuvor waren es noch 364.500 gewesen. Als einen Grund für diese Entwicklung nennt die Bundesregierung den demografischen Wandel.

Den Angaben zufolge sind in Deutschland deutlich mehr Frauen (309.000) als Männer (217.000) von der Grundsicherung abhängig. Auffällig ist zudem, dass die Anzahl der über 75-Jährigen in zehn Jahren um rund 80.000 Personen auf etwa 218.000 Leistungsempfänger gestiegen ist (plus 59 Prozent). Bei den 70- bis 75-Jährigen war ein Anstieg von 89.000 auf 123.000 (plus 38 Prozent) zu verzeichnen, die Zahl der Bezieher zwischen 65 und 70 Jahren stieg um fast 42 Prozent von 130.000 auf 184.000.

Aus der Antwort geht auch hervor, dass die Anzahl der Leistungsempfänger ohne deutsche Staatsbürgerschaft von 2006 bis 2016 von etwa 74.000 auf rund 130.000 (plus 76 Prozent) überdurchschnittlich stark gestiegen ist. Die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (LINKE) äußerte angesichts dieser Zahlen Kritik an der Bundesregierung: »Niedrige Löhne, prekäre Beschäftigung und die Zerstörung der gesetzlichen Rentenformel sind politisch organisierte Altersarmut.« Insbesondere für überdurchschnittlich viele Migranten sei dies bereits bittere Realität.

Der Sozialverband Deutschland bietet auf seiner Website einen Selbsttest zur Abschätzung des Risikos von Armut im Alter an. »Es wird viel über Altersarmut geredet und zum Teil auch gezielt damit Stimmung gemacht«, sagte dazu der Präsident des Verbands, Adolf Bauer. Ziel des Selbsttest sei sachliche Aufklärung. »Mit dem Check bieten wir eine erste Orientierung an, um das Problem individuell zu messen.«

In dem anonymen Test wird unter anderem nach Art und ungefährer Höhe des Einkommens gefragt, ob das Arbeitsverhältnis befristet ist, ob man Leiharbeitnehmer ist, ob es Zeiten ohne Arbeit gab und ob gesundheitliche Risiken vorliegen. Dann erhält man eine Einschätzung über das individuelle Risiko, im Alter arm und auf Grundsicherung angewiesen zu sein. Agenturen/nd

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