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Zum Schulanfang laufen viele Aktionen

Verkehrsverbände geben Tipps für sichere Wege / Berliner Tafel versorgt Erstklässler mit Materialien

Die Aktion der Polizei zum Schuljahresbeginn hat eine lange Tradition. In der Zeit von diesem Montag bis zum 15. September werden Polizisten stadtweit Verkehrskontrollen wegen der bevorstehenden Einschulung der Erstklässler am kommenden Samstag durchführen.

Dass die Kontrollen der Polizei in diesem Jahr bereits eine Woche früher beginnen, wird von der Behörde damit begründet, dass die Schüler der höheren Jahrgangsstufen ebenfalls auf ihren Wegen zu schützen seien. Außerdem sollen die Autofahrer nach der gut sechswöchigen Abwesenheit der Schüler wegen der Sommerferien im Straßenverkehr wieder »sensibilisiert« werden. Zugleich geht es darum, die Autofahrer auf die Abc-Schützen vorzubereiten, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Bei den Schwerpunktkontrollen zur Einschulung im vergangenen Jahr wurden in diesem Zusammenhang insgesamt 132 Verstöße geahndet.

Doch nicht nur die Polizei befasst sich intensiv mit dem Schulanfang an diesem Montag. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und das Deutsche Kinderhilfswerk geben ebenfalls Tipps für den sicheren Schulweg zum Schulanfang. Beide Organisationen ermuntern alle Kinder, ihren Schulweg zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die Verbände appellierten in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Eltern, ihre Kinder dabei tatkräftig zu unterstützen. »Es gibt meist keinen Grund, Kinder morgens mit dem Auto in die Schule zu chauffieren. Deswegen sollten Eltern gleich zu Beginn des neuen Schuljahres das Auto stehen lassen und die Kinder entweder zu Fuß begleiten oder sie in Laufgemeinschaften selbstständig losziehen lassen«, sagte Claudia Neumann, Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes. Das würde auch die teils chaotischen Verkehrssituationen frühmorgendlich vor den Schulen entspannen, wenn sogenannte Helikopter-Eltern ihre Kinder unbedingt bis vors Schultor mit dem Auto fahren und dabei häufig auch noch andere Kinder gefährden.

Der Appell der Verbände hat aber auch einen klimapolitischen Hintergrund: »Eltern und Kinder schützen Schritt für Schritt das Klima und die Luft in den Städten, wenn sie zu Fuß gehen oder mit dem Rad zur Schule fahren«, sagt Marion Laube, die Mitglied im Bundesvorstand des VCD ist. Neben dem umweltpolitischen Aspekt würden darüber hinaus die Eigenverantwortlichkeit und das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt, meint der VCD. Für die Fälle, wo es lange Schulwege gibt sowie Schulbusse nicht fahren, empfehlen die beiden Verbände, Fahrgemeinschaften zu bilden, um die Zahl der »Elterntaxis« vor den Schulen zu verringern.

Pünktlich zum Schulanfang engagieren sich auch wieder Wohlfahrtsorganisationen wie die Berliner Tafel. Diese Hilfsorganisation versorgt arme Kinder mit Schultüten und Schulmaterialien. Dazu wurden bereits am vorvergangenen Wochenende von jugendlichen Freiwilligen rund 2760 Schultüten und -beutel mit Stiften, Büchern, Blöcken, Kuscheltieren, Süßigkeiten und Spielzeug befüllt, teilte die Berliner Tafel vor kurzem mit.

Die Tüten und Beutel wurden in den vergangenen Tagen über die 45 »Laib und Seele«-Ausgabestellen sowie mehrere Frauenhäuser an bedürftige Schulkinder aller Altersgruppen verteilt, hieß es. Organisiert hatte die Schultütenaktion wie in den Vorjahren der Lions Club Berlin und seine Jugendorganisation Leo. Seit 2013 akquirieren die Leos nach eigenen Angaben Sach- und Geldspenden für diese Aktion.

Sabine Werth, Vorsitzende des Vereins Berliner Tafel, verwies darauf, dass jeden Monat rund 50 000 bedürftige Menschen, ein Drittel davon Kinder, in Berlin mit Lebensmitteln und anderen Spenden von der Tafel versorgt werden. »Laib und Seele« ist eine Aktion der Berliner Tafel, der Kirchen und des Rundfunks rbb.

Insgesamt lernen im neuen Schuljahr 441 330 Schüler an den Schulen. Die Zahl der Erstklässler war wegen der unbekannten Zahl von zurückgestellten Kindern, die trotz Schulpflicht weiter in der Kita bleiben, noch unklar. mit epd

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