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Hurrikan »Irma« richtet in der Karibik große Schäden an

Florida bereitet sich auf Sturm vor / Haiti und französische Überseeinseln stark getroffen

  • Von Laurent Czerniejewski, Miami
  • Lesedauer: 3 Min.

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Mit Windgeschwindigkeiten von rund 300 Kilometern pro Stunde ist der gefährliche Hurrikan »Irma« in der Karibik erstmals auf Land getroffen. Am frühen Mittwoch gegen 02.00 Uhr erreichte »Irma« die zu den Kleinen Antillen gehörende Insel Barbuda und zog dann zu den Inseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin weiter. Dort richtete er nach Angaben der Pariser Regierung schwere Schäden an.

Rund anderthalb Stunden verweilte das Auge des als »potenziell katastrophal« eingestuften Sturms auf dem französischen Überseegebiet Saint-Barthélemy, dann erreichte es die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten. Ganze Küstengebiete seien bereits überschwemmt.

Die Ministerin für die französischen Überseegebiete, Annick Girardin, berichtete von »größeren Schäden« auf den betroffenen Inseln. Unter anderem habe der Sturm die Dächer von zahlreichen Häusern fortgerissen. Trotz der höchsten Alarmstufe weigerten sich laut Girardin rund 7000 Menschen bis zuletzt, sich in Sicherheit zu begeben.

Die Behörden rechneten damit, dass der Wirbelsturm bis zum Mittag (16.00 Uhr MESZ) weiter an Kraft zunimmt. Zuvor wurden bereits Böen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 360 Stundenkilometern gemessen. Zuverlässige Messungen vor Ort waren nach kurzer Zeit aber nicht mehr möglich, da die Instrumente des französischen Wetterdienstes im Sturm verloren gingen.

Noch bevor der Sturm mit einer Ausdehnung von der Größe Frankreichs auf Land traf, hatte ihn das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft. Damit ist »Irma« noch stärker als »Harvey«, der Ende August die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana heimsuchte.

Das NHC warnte, der Sturm könne katastrophale Schäden anrichten. Schon jetzt sei er als »historisch« einzustufen: Seit Beginn der Aufzeichnungen habe noch kein Sturm auf dem offenen Atlantik eine solche Stärke erreicht.

»Irma« nun auf Kurs Richtung Jungferninseln und Puerto Rico

Inzwischen nahm »Irma« Kurs in Richtung Jungferninseln und Puerto Rico auf. Die weitere Route des Hurrikan ist noch unklar, aber laut verschiedenen Vorhersagen bedroht er auch Haiti und Florida.

Örtliche Wetterdienste sagten vorher, dass die ersten Winde und Regenfälle Süd-Florida am späten Freitag erreichen könnten. US-Präsident Donald Trump rief für Florida sowie für die US-Außengebiete Puerto Rico und Virgin Islands den Notstand aus, dadurch werden Bundesmittel freigegeben. Der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rossello, setzte die Nationalgarde ein und ließ Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen öffnen.

Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, sagte, »Irma« sei eine »ernste Bedrohung für den ganzen Bundesstaat«. Zahlreiche Touristen wurden aufgefordert, die Urlauberinsel Key West zu verlassen. In Miami Beach bereiteten sich die Menschen mit Hamsterkäufen auf den herannahenden Sturm vor. In einem Supermarkt standen ganze Regalreihen leer. »Die Leute sind verrückt und kaufen alles auf«, sagte die 81-jährige Gladys Bosque. Es gebe weder Wasser, noch Milch oder Katzenfutter.

Haiti ist völlig unvorbereitet

In Haiti dagegen wusste die Bevölkerung zunächst nichts von der drohenden Katastrophe. Wie AFP-Korrespondenten berichteten, waren vor allem die Bewohner in den besonders gefährdeten Armenvierteln gänzlich unwissend.

Die Behörden müssen zudem ohne die Hilfe der UN-Stabilisierungsmission (Minustah) auskommen, die in Erwartung ihres baldigen Mandatsendes bereits einen Großteil ihrer schweren Ausrüstung abgezogen hat. So stehen für die rund eine Million Menschen, die rund um die Hafenstadt Cap-Haïtien leben, ganze drei Krankenwagen zur Verfügung. Stabile Notunterkünfte gibt es so gut wie keine.

Haiti kämpft immer noch mit den Auswirkungen von Hurrikan »Matthew«, durch den im Oktober vergangenen Jahres im Süden des Landes mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen waren. AFP/nd

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