Sturm »Irma« setzt Kuba unter Wasser

Mindestens zehn Menschen wurden auf der Insel durch den Hurrikan in den Tod gerissen / Schwere Überschwemmungen vom allem im landesinnere

  • Von Andreas Knobloch
  • Lesedauer: 3 Min.
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Havannas Einwohner müssen mit überfluteten Straßen kämpfen.
Havannas Einwohner müssen mit überfluteten Straßen kämpfen.

Das ganz große Unglück ist ausgeblieben auf Kuba. Zwar richtete der Hurrikan Irma vor allem in den Küstenregionen im Norden starke Schäden an, flächendeckende Zerstörungen wie auf den Inseln Barbuda oder St. Martin, wo nahezu alle Gebäude dem Erdboden gleichgemacht worden waren, aber blieben aus. Gleichwohl kam es vor allem im Zentrum des Landes zu schweren Überschwemmungen; Telefon- und Stromleitungen wurden praktisch im ganzen Land beschädigt, Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt. Hunderttausende mussten das Wochenende in Notunterkünften verbringen.

Der kubanische Zivilschutz hatte in den vergangenen Tagen mehr als eine Millionen Menschen aus den Gefahrengebieten evakuiert, darunter mehr als 30 000 Touristen, in ihrer Mehrzahl Kanadier.

Auf dem kleinen vorgelagerten Cayo Romano in der Provinz Camagüey, im Zentrum des Landes, war Irma am Samstagnachmittag auf Land getroffen. Auch historische Ortschaften wie Remedios und Caibarién, 320 km östlich von Havanna gelegen, wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der Wirbelsturm wütete dort zehn Stunden lang. »Es hat aufgehört zu regnen, aber während der gesamten Nacht herrschte ein fürchterlicher Sturm«, so die Bewohnerin Gisela Fernández gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Zahlreiche Gebäude wurden komplett zerstört. Die Behörden der Provinz Camagüey meldeten »signifikative Schäden«.

Es war das erste Mal seit 1932, dass das Zentrum eines Hurrikans der höchsten Kategorie Fünf in Kuba auf Land traf. Mindestens 25 Menschen waren bei Irmas Zug der Verwüstung durch die Karibik bisher ums Leben gekommen. Nachdem der Wirbelsturm Kuba erreicht hatte, schwächte er auf Kategorie vier und drei ab, erreichte aber weiterhin Windstärken von um die 200 km in der Stunde.

Während der Osten des Landes, der im vergangenen Jahr vom Wirbelsturm Matthew und 2012 von Sandy heimgesucht worden war, diesmal vergleichsweise glimpflich davonkam, waren neben Camagüey die zentralen Provinzen Ciego de Àvila und Villa Clara besonders betroffen. In Santa Clara meldeten die Behörden 39 eingestürzte Gebäude. Das gesamte Ausmaß der Schäden ist erst in den kommenden Tagen absehbar, wenn die Überschwemmungen zurückgehen.

Die Hauptstadt Havanna wurde von Irma »nur« gestreift. Windenböen zwischen 65 und 120 km in der Stunde, starke Regenfälle und fünf bis acht Meter hohe Wellen sorgten für großflächige Überschwemmungen. Bis 250 Meter von der Uferpromenade der kubanischen Hauptstadt, dem Malecón, entfernt, standen in den Stadtvierteln Centro Habana und Vedado ganze Straßenzüge am Sonntag hüfthoch unter Wasser. Die Wasserstände erreichten zum Teil nie zuvor gemessene Höhen. »Dieses hier ist ein tief gelegenes Gebiet, das überschwemmt wird, wenn es regnet, aber das Wasser hat sich hier noch nie auf diese Weise gesammelt«, sagte Javier Martínez Díaz, Mitglied der Kommunistischen Partei in Centro Habana. Mehr als 20 Familien mussten dort in letzter Minute evakuiert werden. Andere blieben in ihren Häusern eingeschlossen - in Sicherheit, aber ohne die Möglichkeit rauszukommen. Insgesamt wurden rund 10 000 Menschen in der Hauptstadt in Sicherheit gebracht.

Sieben Menschen seien in der Provinz Havanna ums Leben gekommen, wie der Zivilschutz am Montag mitteilte. Drei weitere Menschen wurden demnach in Matanzas, Ciego de Ávila und Camagüey getötet.

In vielen Straßen Havannas bot sich am Sonntagmorgen ein Bild der Verwüstung: umgekippte Bäume, beschädigte und abgeknickte Strommasten. Den gesamten Sonntag waren weite Teile der kubanischen Hauptstadt ohne Strom; der Flughafen blieb geschlossen.

Derweil waren die Behörden in Havanna und im Rest des Landes den gesamten Sonntag mit Aufräumarbeiten beschäftigt, versuchten, Stromleitungen wiederherzustellen und Straßen frei zu machen. Die Bewohner wurden aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben.

Insgesamt aber herrschte doch Erleichterung, dass die kubanische Hauptstadt relativ glimpflich davongekommen ist. »Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen«, sagte Taxifahrer Roberto Herrera. »Wenn Irma hier mit voller Wucht rübergefegt wäre, wäre von Havanna nicht viel übrig geblieben«.

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