Lobbyist der Ausgegrenzten

Jürgen Schneider ist wohnungslos und meint, dass die Hoffnung in die Politik der Realität weiche

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Wäsche von Obdachlosen auf einer Berliner Brache, die Betroffenen selbst bleiben für viele Menschen unsichtbar.

Am Infopoint im Hannoveraner Hauptbahnhof wartet ein Mann mit grauen Haaren, wuscheligem Bart und Brille. Er ist überpünktlich. »Mit dem Abholen von Menschen habe ich gerade viel Erfahrungen«, sagt der Mann zum Reporter und grinst. Jürgen Schneider hat erst Ende Juli ein mehrtägiges Treffen von Wohnungslosen in Freistatt in Niedersachsen mitorganisiert. Hier mussten Bahnreisende an den einige Kilometer entfernt liegenden Bahnhöfen empfangen werden.

»Etwa 120 Menschen sind nach Freistatt gekommen«, erzählt Schneider. Dort ging es um Vernetzungen mit dem langfristigen Ziel, eigene Interessen zu vertreten. Engagierte Wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen diskutierten darüber, wie sie sich zusammenschließen und gemeinsam ihre Situation verbessern können. Das Treffen, das zum zweiten Mal in dieser Form stattfand, wurde von der Aktion Mensch, dem Land Niedersachsen und dem Diakonischen Werk in Niedersachsen finanziert. Das Proj...

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