1000 Menschen protestieren gegen AfD-Veranstaltung in Jena

»Thüringen24«-Journalist und LINKE-Politikerin Katharina König-Preuss beklagen Übergriffe von Anhängern der Rechtsaußen-Partei

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Ein Gegendemonstrant hält am Dienstag ein Schild mit der Aufschrift
Ein Gegendemonstrant hält am Dienstag ein Schild mit der Aufschrift "Habt keine Angst!" in der Hand auf dem Holzmarkt in Jena am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der AfD.

Jena. Hunderte Menschen haben in Jena gegen eine Wahlkampf-Kundgebung der AfD mit Spitzenkandidatin Alice Weidel demonstriert. Nach Angaben der Polizei kamen am Dienstagabend rund 250 AfD-Anhänger in die Innenstadt, zu den sechs Gegenveranstaltungen etwa 1000. »Es ist aus Sicht der Polizei als ruhig einzuschätzen«, sagte ein Polizeisprecher nach dem Ende der AfD-Versammlung.

Bis zum späten Abend seien neun Anzeigen eingegangen - davon zwei wegen Körperverletzung. Ein Besucher der AfD-Versammlung habe einem Journalisten die Kamera aus der Hand schlagen wollen, weil er nicht gefilmt werden wollte.

Dabei handelt es sich offenbar um einen Vorfall, den Jan-Henrik Wiebe von »Thüringen24« noch am Abend bei Twitter öffentlich machte. In dem Video ist zu erkennen, wie erst ein älterer Mann und später ein weiterer Teilnehmer der AfD-Veranstaltung auf die Kamera des Journalisten schlagen und ihn zwingen wollen, das Filmen zu beenden. Erst die Polizei stoppt das Vorgehen.

Von Anfeindungen war nach eigener Darstellung auch die LINKE-Politikern Katharina König-Preuss betroffen. »AfD'ler greift mich an, versucht mir Handy abzunehmen. Beleidigt. ‘Ich warn dich, König’«, schreibt die Abgeordnete des Thüringer Landtages bei Twitter.

In dem Kurznachrichtendienst berichteten zudem mehrere Teilnehmer der Gegendemonstration, dass AfD-Anhänger die rechtsradikalen Parolen »Deutschland den Deutschen«, »Ausländer raus« und das U-Bahn-Lied gerufen hätten.

Der Polizeisprecher teilte weiterhin mit, dass ein Gegendemonstrant einem Beamten ins Gesicht geschlagen habe. Der Polizist habe allerdings weiter arbeiten können. Vier Mal sei nach Behördenangaben durch Vermummung gegen das Versammlungsrecht verstoßen worden. Gegen 25 Personen wurde ein Platzverweis erteilt. dpa/nd

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