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Wilder Streik bei Air Berlin stört Flugbetrieb

Wegen Krankmeldungen am Mittwochmorgen weitere 32 Flüge gestrichen / Verkehrsminister Dobrindt ruft Piloten auf, Arbeit wieder aufzunehmen

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Berlin. Nach zahlreichen plötzlichen Krankmeldungen von Piloten bei Air Berlin fordern Bundespolitiker die Mitarbeiter der insolventen Fluglinie auf, die Arbeit wieder aufzunehmen. »Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten an den Gesprächen um die Zukunft von Air Berlin die Nerven behalten und versuchen, das Beste für die Beschäftigten zu erreichen«, sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) der »Bild«-Zeitung (Mittwoch). Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte, »den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrechtzuerhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen«.

An diesem Mittwoch fallen vermutlich wieder zahlreiche Flüge aus. Am Mittwochmorgen wurden weitere 32 Flüge gestrichen. Besonders betroffen seien der Flughafen Berlin-Tegel mit sieben und der Flughafen Düsseldorf mit fünf Ausfällen, sagte eine Sprecherin der Fluglinie. Die weiteren Ausfälle verteilten sich auf verschiedene Flughäfen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass im weiteren Verlauf des Mittwochs noch weitere Flüge gestrichen werden müssten.

Die Fluglinie hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass es auch am Mittwoch zu Flugstreichungen kommen werde, allerdings keine genauen Zahlen genannt. Der Vorstand der Fluglinie hatte in einem internen Schreiben der Belegschaft mitgeteilt, dass »gegenwärtig 149 Krankmeldungen von Kapitänen und First Officers« vorlägen. Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Dieser Krankenstand habe sich bis Mittwochmorgen nicht verändert, sagte die Sprecherin.

Der Flughafen Düsseldorf teilte bereits am Dienstag mit, Air Berlin habe für Mittwoch 30 Starts und Landungen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gestrichen. Eigentlich waren für Mittwoch 182 Starts und Landungen von Air-Berlin-Fliegern in Düsseldorf geplant.

Am Dienstag hatten sich etwa 200 Kollegen zumeist kurzfristig krank gemeldet. Mehr als 100 Flüge fielen aus, Tausende Passagiere waren betroffen. Die Kosten für die Airline beliefen sich nach internen Berechnungen auf rund fünf Millionen Euro. Das Management sprach von einer existenzbedrohenden Situation für die Airline und kritisierte, ein Teil der Belegschaft spiele mit dem Feuer.

Der Vorstand, die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und der Betriebsrat riefen die gesunden Mitarbeiter dazu auf, zur Arbeit zu kommen. Die Unternehmensführung betonte: »Wir laufen massiv Gefahr, den Investorenprozess, den wir mit dem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begonnen haben, nicht mehr zu einem möglichst positiven Ende zu führen.« Um Investoren nicht zu verschrecken und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten, sei es »entscheidend, den Flugbetrieb kurzfristig zu stabilisieren«.

Die erneuten Turbulenzen kommen für Air Berlin reichlich ungelegen, schließlich drängt die Zeit für einen Verkauf. Massenhafte Ausfälle erwecken bei Interessenten nicht gerade Vertrauen. Bleibe es bei diesem Krankenstand, drohe vermutlich eine vollständige Liquidation der Fluggesellschaft, warnte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus im Intranet des Unternehmens. Kebekus soll die Airline sanieren und verhandelt mit der Lufthansa und weiteren Interessenten über einen Verkauf. An diesem Freitag endet die Bieterfrist, eine Entscheidung soll am 21. September fallen.

Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem ihre arabische Großaktionärin Etihad die Zahlungen eingestellt hatte. dpa/nd

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