»Soziale Schieflage bei Wahlbeteiligung wird immer krasser«

Forscher: »Wir reden nicht mehr über kleine Unterschiede« / Auch gestiegene Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen hat an sozialer Spaltung nichts geändert

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...

Detmold. Soziale Ungleichheit beeinflusst zunehmend die Wahlen, sagt der Detmolder Sozialwissenschaftler Robert Vehrkamp, der für die Bertelsmann Stiftung die Wahlbeteiligung in Deutschland erforscht. Er beobachtet eine wachsende soziale Spaltung: Der typische Nichtwähler lebe in Wohnvierteln mit hoher Arbeitslosigkeit, Armut und niedriger Bildung. In solchen Vierteln wählten nur noch 30 Prozent der Bewohner, in gutbürgerlichen dagegen um die 80. »Wir reden nicht mehr über kleine Unterschiede, die soziale Schieflage wird immer krasser«, sagte Vehrkamp im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Wahlergebnisse seien dadurch sozial nicht mehr repräsentativ. »Das ist eine große Gefahr für die Demokratie.«

Nichtwähler seien oft der Auffassung, dass ihre Stimme nichts ändert. »Man ist in der öffentlichen Diskussion viel zu lang davon ausgegangen, dass Nichtwähler bräsig-zufrieden und politisch uninteressiert sind.« Das sei grundfalsch. Sie seien weder unpolitisch noch zufrieden: »Sie erwarten aber nichts mehr von den etablierten Parteien.«

Entsprechend einfach hätten es Protestparteien und Populisten: »Bei der NRW-Wahl 2017 sind viele Protestwähler direkt von den Piraten zur AfD gewandert, obwohl diese Parteien sich inhaltlich natürlich stark unterscheiden.«

Die insgesamt gestiegene Wahlbeteiligung der letzten Landtagswahlen habe an der soziale Spaltung nichts geändert. Die Abstände seien sogar gewachsen. »In besser gestellten Milieus wird noch mehr gewählt - auch aus Sorge vor der AfD.« Ausgerechnet Nichtwähler-Hochburgen seien zudem für die Parteien »wahlkampffreie Zonen«.

Sich um Nichtwähler zu bemühen, verspreche den etablierten Parteien wenig Erfolg. »Es fehlen ihnen inzwischen auch die Ressourcen dafür«, sagte Vehrkamp. Das verstärke den Trend. Damit bekämen die sozialen Probleme der Nichtwähler-Milieus in der Politik auch immer weniger Aufmerksamkeit, fürchtet Vehrkamp. »Ein Teufelskreis.«

Nicht-Wählen werde zudem über das Umfeld an die jüngere Generation vermittelt. Der Forscher fordert daher, nicht nur das Wahlalter zu senken, sondern Jugendliche im schulischen Umfeld wählen zu lassen. »Wählen will gelernt sein.« epd/nd

Über die Wahl wird viel gesprochen - das allein ändert noch nicht die Verhältnisse. Wir schlagen im Wahlkampf eine Schneise in die Schwafelei. Lesen Sie mit auf unserer Spezialseite zur Bundestagswahl 2017!​

Aus dem nd-Shop
Die große Rentenlüge
Warum eine gute und bezahlbare Alterssicherung für alle möglich ist Eine gute Rente für alle ist machbar - gerecht und bezahlbar! Rund d...
18.00 €
Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Na, dann aber hopp!

Schenken was wirklich Freude macht. Starke Inhalte statt kapitalistischen Überfluss.

Jetzt bestellen oder verschenken