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Dunkel war’s und klirrend kalt

MEINE SICHT: Johanna Treblin kritisiert die Einstufung von Stadtvierteln als kriminalitätsbelastete Orte

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 1 Min.

Es dauert nicht mehr lang, dann ist es wieder Winter. Wer in den dunklen Monaten des Jahres Geburtstag hat - oder eine Weihnachtsfeier plant -, sollte sich genau überlegen, wo er sich mit seinen Freunden oder Kollegen versammelt, und ob er sich trauen sollte, sich rauchend in einer Gruppe vor ein Lokal zu stellen. Wenn er dann noch einen schwarzen Mantel trägt, könnte es sein, dass er von der Polizei angehalten wird und seinen Personalausweis vorzeigen soll: Schließlich hält es mindestens ein Polizeigruppenführer für »merkwürdig«, wenn eine Gruppe von Menschen »sich bei klirrenden Temperaturen draußen aufhält«. Willkommen im Polizeistaat Deutschland.

Die Gründe, nach denen die Polizei anlasslos Menschen auf der Straße festhält und kontrolliert, werden immer fragwürdiger: Dank Rasterfahndung reicht es, eine dunkle Hautfarbe zu haben, um ins Visier der Polizei zu geraten. Dank der Kategorie kriminalitätsbelasteter Ort reicht es aus, in dunkler Kleidung vor das Haus zu treten oder sich bei ungemütlichen Temperaturen zu lange auf der Straße aufzuhalten. Das zeig: Die Kategorie der »kriminalitätsbelasteten Orte« öffnet der polizeilichen Willkür Tür und Tor. Sie braucht klare Kriterien oder gehört abgeschafft.

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