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Das deutsche Team holt EM-Silber

Bei den Tischtennis-EM verlieren die deutschen Frauen erst im Mannschaftsfinale gegen Rumänien mit 2:3

  • Von Dietmar Kramer, Luxemburg
  • Lesedauer: 3 Min.

Die deutschen Frauen um Bundestrainerin Jie Schöpp standen nach den Titelgewinnen von 2013, 2014 und 2015 zum vierten Mal in Folge im Endspiel. Finalgegner war wie schon 2013 und 2015 Rumänien, das Russland in der Vorschlussrunde mit 3:1 besiegt hatte. »Wir sind uns bewusst, wie schwer das Finalmatch gegen den Titelverteidiger wird. Aber wir wollten natürlich wieder den Titel holen. Ich sehe unsere Siegchancen bei 55:45«, sagte Deutschlands Spitzenspielerin, die Weltranglisteneunte Han Ying, vor dem Finalmatch.

Das Finale war dann ebenso ein »Krimi« wie schon das Halbfinale. Nach dem 2:2-Gleichstand musste im entscheidenden fünften Spiel die Entscheidung fallen. Hier unterlag die deutsche Nummer 1 Han Ying überraschend mit 1:3 Sätzen gegen Daniela Dodean-Monteiro. Die Weltranglisten-Neunte hatte bereits zum Auftakt mit 2:3 gegen die rumänische Nummer eins Elizabeta Samara verloren. Zweimal glich Shan Xiaona in diesem Finale für die deutsche Mannschaft noch zum 1:1 und 2:2 aus. Doch auch die 20 Jahre alte EM-Debütantin Nina Mittelham verlor ihr Einzel gegen Bernadette Szocs mit 1:3 Sätzen.

Schwerstarbeit hatten die deutschen Frauen auch im Halbfinale gegen die Niederländerinnen zu verrichten, wobei sie schon dicht vor dem Aus standen. Nach einem fast vierstündigen Wechselbad der Gefühle besiegelte jedoch die frühere EM-Zweite Shan Xiaona den Finaleinzug der Olympiazweiten. Machtwinnerin in der Mannschaft war allerdings die Weltranglistenneunte Han Ying, die beim Stand von 1:2 ihre Mannschaft trotz eines 0:2-Satzrückstandes noch durch ihren zweiten Sieg wieder ins Spiel zurückbrachte und damit die Finalchance wahrte.

Die deutschen Männer um EM-Rekordchampion Timo Boll zogen trotz ihres schwächelnden Spitzenspielers Dimitrij Owtscharow durch ein mühevolles 3:2 gegen die EM-Überraschung Slowenien in ihr neuntes EM-Endspiel nacheinander ein. Hier wollten Boll und Co. gegen Portugal (im Halbfinale 3:2 gegen Frankreich) Revanche für das verlorene EM-Finale von 2014 nehmen.

»Beide Halbfinals waren echte Härtetests und Herausforderungen für unsere Mannschaften. Es war aber klar, dass bei dieser EM nicht nur Spaziergänge auf uns warten. In den Endspielen wollen wir nun versuchen, unsere selbst gesteckten Ziele zu erreichen«, bilanzierte DTTB-Sportdirektor Richard Prause vor den Finals die beiden »Krimis«.

Die Männer, die von 2007 bis 2013 schon sechsmal Mannschafts-Europameister geworden waren, konnten, konnten sich nach einem Fehlstart durch eine nicht einkalkulierte Auftaktniederlage des anschließend »ausgewechselten« Weltranglistenvierten Owtscharow einmal mehr auf EM-Rekordchampion Boll verlassen: Der Weltranglistensechste avancierte gegen den Favoritenschreck, der im EM-Verlauf schon Titelverteidiger Österreich und auch Schweden ausgeschaltet hatte, durch zwei klare Erfolge zum Sieggaranten der Olympiadritten.

Fraglich war der Finaleinsatz von Dimitrij Owtscharow. »Das entscheiden wir kurz vor dem Spiel«, hatte Bundestrainer Jörg Roßkopf gut vier Stunden vor Beginn des Endspiels mitgeteilt. Owtscharow hatte bereits vor dem Halbfinale gegen Slowenien über eine Magenverstimmung geklagt. Dennoch war der 29-Jährige vom russischen Champions-League-Sieger Fakel Orenburg zum Auftaktmatch gegen den Bundesligaspieler Darko Jorgic angetreten, musste sich aber von seinen Beschwerden sichtlich gezeichnet mit 1:3 geschlagen geben. Daraufhin tauschte der Bundestrainer ihn für den zweiten Einzeldurchgang gegen den WNM-Neunten Ruwen Filus aus, der dem Saarbrücker Bundesligaprofi Tokic mit 1:3 unterlag. SID/nd

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