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Die Kakaobäume tragen bald die ersten Früchte

Auch Dank der nd-Soliaktion vom letzten Jahr kommt ein Projekt am Vulkan von San Miguel in El Salvador gut voran

  • Von Michael Krämer
  • Lesedauer: 3 Min.

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Guillermo Rivera ist eigentlich ein sehr ruhiger Mensch, der sich genau überlegt, was er erzählt. Wenn er aber auf die Soliaktion des neuen deutschland angesprochen wird, kommt er so richtig ins Schwärmen: »Ich bin wirklich sehr beeindruckt, dass so viele Menschen in Deutschland unsere Arbeit unterstützt haben.« Rivera koordiniert ein vom Berliner INKOTA-Netzwerk unterstütztes Projekt, das Ende 2016 Teil der nd-Soliaktion war. Das Projekt zielt darauf ab, die Lebensbedingungen der Menschen in elf Gemeinden an den Ausläufern des Vulkans von San Miguel im Osten El Salvadors zu verbessern. Dass eine Zeitung über viele Wochen hinweg Artikel, Interviews und Reportagen veröffentlicht, um die eigenen Leser und Leserinnen dazu zu bewegen, für dieses Projekt und die Menschen in den Gemeinden Geld zu spenden, das ist für ihn ein sehr schönes Zeichen für gelebte Solidarität.

Rivera arbeitet bei einer Organisation, die diesen Anspruch sogar im Namen trägt: »Oikos Solidaridad« arbeitet seit vielen Jahren am Vulkan von San Miguel und anderen benachbarten Gebieten. Guillermo Rivera kann aber auch sonst einiges darüber erzählen, wie wichtig Solidarität ist. Bis zum Friedensabkommen 1992 hat er in der Befreiungsbewegung Nationale Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN) gegen die herrschende Unterdrückung und für ein gerechteres El Salvador gekämpft: »Solidarität war für uns überlebenswichtig und hatte jeden Tag große Bedeutung. Die Menschen in den Konfliktgebieten teilten ihr weniges Essen mit uns, und wir versuchten, sie vor den Übergriffen des Militärs zu schützen.«

Der Bürgerkrieg in El Salvador ist nun bereits seit 25 Jahren beendet und seit acht Jahren regiert die FMLN, die sich mit dem Friedensabkommen in eine politische Partei verwandelt hat. Im Gegensatz zur ultrarechten Vorgängerregierung der ARENA-Partei unterstützt die derzeitige Regierung die Bemühungen von Organisationen wie Oikos, die mit der armen Bevölkerung in den ländlichen Gemeinden zusammenarbeitet. So kommt auch das vom nd und von INKOTA unterstützte Projekt besser voran.

Mit dem Geld der nd-Spendenaktion finanziert Oikos unter anderem die Aufforstung an den Hängen des Vulkans und kauft Pflanzen, um Hecken zu errichten, oder Werkzeuge, um quer zum Hang laufende Antierosionsgräben auszuheben. Dies trägt alles dazu bei, dass bei Starkregen weniger Wasser abfließt und stattdessen in den Boden sickert. Das ist gerade in den Zeiten des Klimawandels von großer Bedeutung. Es hilft die bei starkem Regen entstehenden Sturzbäche zu verringern, die hangabwärts immer wieder große Schäden anrichten. Und bei Dürren, die ebenfalls immer häufiger werden, behalten die Böden bis zu zwei Wochen länger ihre Feuchtigkeit. Weniger Pflanzen verdorren, die Ernteverluste werden geringer.

Diesen Sommer hatten die Menschen am Vulkan bislang Glück: Es hat genug, aber auch nicht zu viel geregnet. Die Ernten waren gut, und auch die neu gepflanzten Kakaobäume gedeihen gut. Wenn alles gut geht, können die Menschen nächstes Jahr schon die ersten Kakaoschoten ernten und die getrockneten Bohnen verkaufen. Eine sehr wichtige Möglichkeit, ein zusätzliches kleines Einkommen zu erwirtschaften.

Aber auch sonst macht das Projekt gute Fortschritte, auch wenn noch 5000 Euro fehlen. In fünf Gemeinden wurden Gewächshäuser für den gemeinschaftlichen Anbau von Gemüse errichtet und auch das Netzwerk zum gemeinsamen Verkauf der landwirtschaftlichen Produkte funktioniert inzwischen. Am 21. September informiert Guillermo Rivera im nd-Club über die Arbeit in Kollektiven in El Salvador. Die Veranstaltung findet um 18.30 im Gebäude des neuen deutschland am Franz-Mehring-Platz 1 in 10243 Berlin statt.

Spendenkonto:

INKOTA-netzwerk

KD-Bank

IBAN DE06 3506 0190 1555 0000 10

BIC GENODED1DKD

Stichwort: ND-Oikos

Nachtrag: INKOTA hat »nd« zuerst eine falsch IBAN Nummer mitgeteilt. Diese wurde nun durch die richtige ersetzt.

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