Verwarnung für Barzani

Roland Etzel zum Gegenwind für das irakisch-kurdische Referendum

Masoud Barsani, Präsident der autonomen Region Kurdistan Irak.
Masoud Barsani, Präsident der autonomen Region Kurdistan Irak.

Das Referendum in Irakisch-Kurdistan wird am Montag auf jeden Fall stattfinden. Das werden die immer zahlreicher werdenden Gegner nicht verhindern können. Doch gewarnt haben sie. Die Gelbe Karte leuchtet Kurdenpatriarch Barzani buchstäblich von allen Seiten entgegen. Dass die irakische Zentralregierung und Ankara keinen kurdischen Separatstaat wollen, ist nicht neu, auch nicht, dass es hier ein seltenes Einvernehmen mit Damaskus und Teheran gibt. Doch auch die USA und die UNO in Person ihres Generalsekretärs haben sich klar ablehnend ausgesprochen.

Für die Türkei und die USA war das Barzani-Sponsoring stets Mittel zum Zweck der Schwächung Bagdads. Man beschirmte des Kurdenführers kleines Reich, rüstete ihn aus und ließ ihn sich am dortigen Öl bereichern. Zu formeller Unabhängigkeit aber haben sie ihn nie ermutigt.

Auch wenn Politiker und Unternehmer aus dem Westen immer öfter im Norden Iraks agieren, ohne zuvor in Bagdad nachzufragen, wird Barzani klug genug sein, dies nicht mit eigener Souveränität zu verwechseln. So wird er denn mit der Abstimmung vor allem seine Stellung gegenüber Bagdad stärken wollen, um eventuell die große Stadt Kirkuk seiner Autonomie einverleiben zu können, mehr sicher nicht. Den Traum vom einheitlichen freien Kurdistan träumen viele Kurden, Barzani bestimmt nicht.

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