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Hurrikan »Maria« zieht nach Puerto Rico

Orkan der Kategorie fünf hatte zuvor für schwere Schäden und Tote auf Karibikinseln Dominica und Guadeloupe gesorgt

  • Lesedauer: 3 Min.

Roseau. Die Karibikinsel Puerto Rico bereitet sich auf den schwersten Hurrikan ihrer jüngsten Geschichte vor. Zu befürchten sind stundenlange Orkanböen, Sturmfluten und sintflutartiger Regen. Gouverneur Ricardo Rosselló rief die Inselbevölkerung dazu auf, sich schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen. »Es bleibt noch Zeit, aber die Leute sollten sich beeilen«, sagte er dem Sender CNN. »Maria« werde der »schlimmste Hurrikan« sein, der die Tropeninsel in ihrer jüngsten Geschichte getroffen habe.

Der Sturm der höchsten Kategorie fünf nahm in der Nacht mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometern pro Stunde direkt Kurs auf das US-Außengebiet und sollte am Mittwoch auf Land treffen. US-Präsident Donald Trump erklärte den Notstand, damit möglichst schnell finanzielle und personelle Hilfen aus den USA eintreffen können.

Die Regierung Puerto Ricos hat 500 Notunterkünfte auf der ganzen Insel eingerichtet. Rosselló teilte auf Twitter mit, dass bislang 10.059 Menschen und 189 Haustiere in den bereitgestellten Unterkünften gezählt worden seien. Der Flughafen der Hauptstadt San Juan soll geschlossen werden.

In Gefahr sind alle dreieinhalb Millionen Puerto Ricaner. Meteorologen gehen jedoch davon aus, dass der Osten der Insel am stärksten von »Maria« betroffen sein wird und vor allem dort Häuser zerstört werden. Rettungskräfte sind aufgefordert, sich bei Windgeschwindigkeiten von 80 Kilometern pro Stunde oder mehr selbst in Sicherheit zu bringen.

Zuvor hatte der Sturm in der Karibik bereits schwere Verwüstungen auf der Insel Dominica und im französischen Überseegebiet Guadeloupe angerichtet. Auf Dominica wurden Häuser beschädigt und Straßen überflutet. »Wir haben alles verloren, was man mit Geld kaufen und ersetzen kann«, schrieb Premierminister Roosevelt Skerrit auf Facebook und sprach von »großflächiger Zerstörung«. Er fürchte, dass Inselbewohner bei Erdrutschen ernsthaft verletzt oder getötet worden seien.

In Guadeloupe sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere würden nach einem Schiffbruch immer noch vermisst, berichteten der Sender Franceinfo und andere französische Medien am Mittwoch unter Berufung auf die örtliche Präfektur.

Ein Opfer ist offenbar am Dienstag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Eine andere Person sei an der Küste gestürzt. Bilder aus Guadeloupe zeigen zahlreiche umgeknickte Bäume. 80.000 Haushalte waren laut Präfektur zeitweilig ohne Strom.

Erst kürzlich war Hurrikan »Irma« durch die Karibik gezogen. Er hatte vor allem auf den Karibikinseln Barbuda und St. Martin sowie im US-Bundesstaat Florida erhebliche Verwüstungen hinterlassen. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Die deutsche Luftwaffe hat nach den schweren Wirbelstürmen in der Karibik mittlerweile mehr als 300 gestrandete Menschen aus der Krisenregion geflogen. Zwei A400M-Transportmaschinen sind immer noch im Einsatz. Sie bringen Hilfsgüter auf betroffene Inseln wie Sint Maarten/Saint-Martin und fliegen Personen auf benachbarte Inseln aus, sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur. Zeitweise waren drei Militärtransporter im Einsatz. Bis Anfang dieser Woche habe man 68 Tonnen an Hilfs- und Bergematerial transportiert - etwa Zelte, vorübergehende Unterkünfte, Satellitenschüsseln und Geräte zur Wasseraufbereitung, erklärte die Bundeswehr.

In vielen Gebieten wie etwa in Kuba dauern die Aufräumarbeiten noch an. Politiker der Linkspartei und Solidaritätsorganisationen hatten nach Irma zu Spenden für Kuba aufgerufen. Nun droht bereits der nächste schwere Sturm. nd/Agenturen

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