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Immer mehr Drohungen nach dem Gottesdienst

Politisches Engagement von sächsischen Pfarrern kommt nicht überall gut an. Auch sie klagen über Hass und Anfeindungen

  • Lesedauer: 2 Min.

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Leipzig. Evangelische Pfarrer, die sich in Sachsen politisch äußern, stehen nach Angaben der Landeskirche zunehmend im Kreuzfeuer verschiedener Meinungen. »Insgesamt hat die Polarisierung auch in den Kirchengemeinden zugenommen«, erklärte Matthias Oelke, Sprecher des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamts. Direkte Anfeindungen seien zwar selten, Pfarrer erhielten aber E-Mails und Briefe mit Drohungen.

Britta Taddiken, Pfarrerin an der Thomaskirche in Leipzig, erklärte: »Ja, Pfarrerinnen und Pfarrer werden durchaus angefeindet, bedroht, beleidigt.« Ihr selbst sei nach einem Gottesdienst schon Prügel angedroht worden. Zudem sei sie in Einträgen und Berichten auf rechten Internetportalen erwähnt worden. All das habe mit dem Auftreten von Pegida und Legida sowie der Radikalisierung der AfD begonnen.

Taddiken beziehe regelmäßig Stellung, wenn sie etwas von Hetze, Fremdenfeindlichkeit oder Abwertung mitbekomme oder wenn Menschen aus politischem Interesse verunglimpft würden. »Das hat nichts mit unangemessener Einmischung in die Politik zu tun«, betonte Taddiken. Das gebiete schon das Evangelium.

Am Donnerstag haben sich 700 evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer in Leipzig auf dem 5. Zentralen sächsischen Pfarrertag mit der Frage beschäftigt, wie politisch Kirche sein darf und soll. Der Pfarrertag findet seit 2007 alle zwei Jahre statt. Predigten seien in den vergangenen Jahren politischer geworden, teilte die Landeskirche mit. Aber generell werde Pfarrern nahegelegt, bei Positionierungen stets die ganze Gemeinde zu beachten und diese nicht weiter zu spalten.

Auch in katholischen Gemeinden bekommen Geistliche teils feindliche Reaktionen auf politische Statements. Thomas Bohne, Pfarrer an der Leipziger Liebfrauenkirche, erzählte, er habe im Frühjahr einen Brief »voller Hasstiraden« erhalten. Grund sei sein Redebeitrag im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) gewesen, in dem er an das Gebot erinnert habe, sich um Fremde zu kümmern. dpa/nd

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