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Fed will Anleihen verkaufen

US-Notenbank kündigt Verkleinerung ihrer Bilanz an

Beim Treffen des erweiterten EZB-Rats am Donnerstag haben die Chefs der EU-Notenbanken vermutlich lange darüber diskutiert, was die neuesten Nachrichten aus den USA für die nächsten Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) bedeuten. Schließlich hat die US-Notenbank Fed am Mittwochabend angekündigt, nicht nur den Geldhahn weiter zudrehen, sondern auch Anleihen verkaufen zu wollen.

Zwar belässt die Fed den Leitzins zunächst zwischen 1,00 und 1,25 Prozent. Jedoch kündigte sie an, ihre aufgeblähte Bilanz zu verringern. Im Zuge der Finanzkrise hatte sie Wertpapiere im Wert von insgesamt 4,5 Billionen Dollar (3,75 Billionen Euro) gekauft, um die Märkte zusätzlich mit frischem Geld zu stabilisieren. Diese Papiere sollen nun wieder abgestoßen werden. Die Fed plant, ab Oktober monatlich Wertpapiere in Höhe von zunächst zehn Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Dieses Volumen soll innerhalb des nächsten Jahres auf 50 Milliarden monatlich erhöht werden. Damit verteuert die Fed den Dollar, da sie sein Angebot verknappt.

Zuletzt war aber der Euro auf einem Höhenflug. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi im Juni zaghaft ebenfalls eine Abkehr vom billigen Geld in Aussicht gestellt hatte, stieg die Gemeinschaftswährung von knapp 1,12 auf zeitweilig über 1,20 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Dezember 2015. Für die Euro-Wirtschaft und insbesondere die deutsche Exportwirtschaft ist dies nicht unbedingt gut. Sie profitiert stattdessen von einem schwachen Euro, weil dieser ihre Produkte im Ausland billiger macht.

Auch anderweitig könnte eine Wende der EZB zum Problem für die Wirtschaft werden. Sollten die Zinsen wieder steigen, würde es für die Unternehmen schwieriger werden, günstig an frisches Kapital zu kommen. »Fast 800 000 Unternehmen - umgerechnet 5,1 Prozent der Firmen in den elf untersuchten Ländern des Euroraums - würden aufgrund gestiegener Verschuldung, gestiegener Zinskosten und fehlenden Umsatzwachstums dann in finanzielle Schwierigkeiten kommen«, warnt nun ausgerechnet das BDI-nahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) mit Blick auf erwartete Ansagen, wie es mit dem milliardenschweren EZB-Anleihenkaufprogramm weitergehen soll. Derzeit kauft die EZB noch Wertpapiere in Höhe von 60 Milliarden Euro monatlich. Doch das Programm läuft Ende des Jahres aus, weshalb die Notenbank im Oktober ankündigen muss, wie es weitergehen soll. Kleinere Betriebe würde eine Zinserhöhung stärker treffen als große, so das IW, das zu einer Kehrwende »mit Bedacht« rät. Besonders Unternehmen in Griechenland, Italien und Frankreich könnten ansonsten in Gefahr gebracht werden.

Solche Töne vom IW sind ungewohnt. In der Vergangenheit reihte sich das Institut in den Chor der deutschen EZB-Kritiker ein, die der Notenbank vorwarfen, mit ihrem Agieren Finanzmärkte sowie Inflation anzuheizen und die Eurostaaten vom Sparen abzuhalten. »Damit die EZB nicht zum Gefangenen der Politik wird, sind nun mutige Zinsschritte notwendig«, hieß es noch im Februar aus dem IW. Insgesamt überwogen für das Institut damals die Argumente für einen frühzeitigen Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik. »Denn je länger diese Politik anhält, desto größer wird der politische Druck auf die Zen-tralbanken«, so die Forscher.

So schnell können sich also Meinungen ändern, wenn es ernst wird.

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