Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Greift zum Werkzeugkasten!

Wolfgang Hübner über Heldentaten fürs Gemeinwesen

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 3 Min.

Wann haben Sie zum letzten Mal etwas repariert? Neulich erst? Dann stellen Sie den Werkzeugkasten nicht gleich wieder in die Rumpelecke, sondern lassen ihn in Reichweite. Denn Sie werden gebraucht. Kann ja sein, dass nächste Woche in der Schule Ihres Kindes die Wasserleitung platzt. Oder dass in der Kita ein Raum renoviert werden muss. Dann ist guter Rat teuer, und gute Tat erst recht. Und teuer ist schlecht, das wissen Sie, denn die Kommunen haben nichts zu verschenken. Also werden Eltern gefragt, ob sie nicht mit Werkzeug, Material und Arbeitskraft einspringen können, wie Sie hier nachlesen können.

Wie - Sie haben keine Kinder mehr im schulpflichtigen Alter? Macht nichts, dann vielleicht Enkel, Nichten oder Neffen, deren Lehranstalten es nicht besser geht. Oder der Nachwuchs studiert schon. Auch Hochschulen und Universitäten können einen Arbeitseinsatz der Familien gut gebrauchen. Das ist übrigens nicht nur eine Heldentat fürs Gemeinwesen, sondern auch eine Art Altersvorsorge. Denn Sie selbst - jetzt vielleicht noch in der Blüte Ihrer Jahre - werden einmal älter, schwächer, bedürftiger. Dann wird der eine oder andere Aufenthalt im Krankenhaus fällig, und wer weiß, ob dort der Sanitärbereich nicht eine kleine Sanierung gut vertragen könnte.

Lernen Sie Ihre Nachkommen rechtzeitig handwerklich an, dann können sie Ihnen dereinst den Aufenthalt im Hospital verschönern. Vor allem dort, wo dem Krankenhaus selbst das Geld fehlt. Das wäre ein echtes bürgerschaftliches Engagement, welches sich nahtlos auf Alters- und Pflegeheime übertragen lässt, wenn es einmal soweit sein sollte. Bedenken Sie: Wie gern werden Sie in eine Seniorenresidenz einziehen, in der Sie einst selbst in Ihrer Freizeit die Heizung geflickt, Fenstergriffe ausgewechselt oder Nasszellen gefliest haben.

Falls gerade niemand aus Ihrer Familie zur Kundschaft des Bildungs- und Gesundheitssystems gehört - suchen Sie einfach die Behörde Ihres Vertrauens auf und fragen Sie, ob Sie dem Hausmeister helfen können. Oder ob Sie mit kleinen Handreichungen den Amtsalltag erleichtern dürfen. Mit ein wenig Glück werden Sie vielleicht beauftragt, die Mitteilung über Ihre eigene Mieterhöhung einzutüten. Dann haben Sie gleich eine ganz andere, persönliche Beziehung zu dem Vorgang.

Ach, bevor ich es vergesse: In der nd-Redaktion haben wir auch ein paar Wünsche, die leider an den finanziellen Realitäten scheitern. Wir hätten gern eine Sauna. Und eine lauschige Dachterrasse. Am besten mit Gondelverbindung von dort aus zur nächsten Strandbar am Spreeufer. Wenn Sie also, liebe Leserinnen und Leser, etwas Zeit sowie das nötige Werkzeug und Material … Sie verstehen schon. Bis bald.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln