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Eisbären Berlin gehören wieder zur Spitze

Der Rekordmeister beweist gegen zwei Mitfavoriten der Deutschen Eishockey Liga seine Konkurrenzfähigkeit

  • Von Jürgen Holz
  • Lesedauer: 3 Min.

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Mit Köln und München trafen die Eisbären Berlin am Wochenende auf zwei Gegner, die ihnen in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils das Saisonaus beschert hatten: Gegen die Münchner waren sie letzte Saison im Halbfinale mit 1:4 Siegen untergegangen, Köln stoppte die Berliner 2016 im Viertelfinale. Dennoch herrschte bei den Eisbären Zuversicht, dass man diese erste Nagelprobe in der noch jungen 24. Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erfolgreich bestehen könne. »Wir müssen vor allem defensiv verantwortlicher spielen«, hatte der neuverpflichtete Eisbärenstürmer und Nationalspieler Thomas Oppenheimer vor dem Heimspiel gegen die Haie am Freitag selbstkritisch geäußert.

Die defensiv starken Kölner, die in der vergangenen Saison im Viertelfinale am späteren Vizemeister Wolfsburg gescheitert waren, wollen in dieser Saison endlich den ersten Meistertitel seit 2002. Unter Cheftrainer Cory Clouston haben sie sich personell verstärkt. Dabei ragen unter den sechs Neuverpflichtungen Nationalspieler Felix Schütz und der NHL-erfahrene Stürmer Blair Jones heraus. Zudem haben sie mit dem Kanadier Shawn Lalonde, der in der Saison 2013/2014 bei den Eisbären spielte, einen Verteidiger in ihren Reihen, der mit einer Schussgeschwindigkeit von 162 km/h den härtesten Schuss in der DEL hat und in den beiden letzten Spieljahren auch den Wettbewerb »Der Hammer« gewonnen hatte.

Nach den nüchternen Fakten lagen die Eisbären leicht im Vorteil. In den bislang 111 Begegnungen gegen Köln kamen sie zu 59 Siegen, 52 Mal waren die Haie erfolgreich. Auch die Torbilanz mit 345:334 zugunsten der Berliner war knapp. Unter diesen Vorzeichen sah Eisbären-Cheftrainer Uwe Krupp die 112. Partie gegen seinen einstigen Heimatklub »als enge Sache« an. »Nach drei Siegen in Serie muss sich zeigen, ob unser nach dem Kaderumbruch verändertes Spiel gegen Topmannschaften funktioniert«, meinte er.

Beim knappen, aber verdienten 3:2-Heimerfolg gegen Köln haben die Eisbären dann gezeigt, dass sie wieder nach oben gehören. Die diesmal in der Defensive starken Berliner boten ihre beste Saisonleistung in einem hochklassigen und fairen Spiel (nur sechs Strafminuten!). Nach dem 1:2-Rückstand nach 30 Minuten schien es, als würden ihre alten Schwächen im »verflixten zweiten Drittel« wieder aufkommen. Doch anders als früher stemmten sie sich mit Leidenschaft, Kampfgeist und Spielwitz gegen die drohende Niederlage, die Nick Petersen (33.) und Sean Backman sieben Minuten vor Schluss zum umjubelten vierten Saisonsieg abwendeten.

Beim 3:2-Siegtreffer des 31-jährigen US-Amerikaners - einer von sieben Neuzugängen - bugsierte der Schütze den Puck mit dem Schlittschuh ins Tor, weshalb die Schiedsrichter den Videobeweis heranziehen mussten. Denn die DEL ist in dieser Saison wieder zur alten Regelauslegung zurückgekehrt, wonach ein Spieler unter bestimmten Umständen den Puck wieder mit dem Schlittschuh ins Tor ablenken darf. Für Backman war es bereits der dritte Saisontreffer.

Der vom Team Ontario nach Berlin gewechselte US-amerikanische Stürmer findet sich nach einer durchwachsenen Eingewöhnungsphase und einem Muskelfaserriss in der Saisonvorbereitung im neuen Team in Berlin immer besser zurecht. Trainer Uwe Krupp setzt dabei vor allem auf seinen ungeheuren Speed. »Er könnte bald zu einem echten Führungsspieler heranwachsen«, lobte er den neuen Außenangreifer. Backman selbst spricht von einer Umstellung: »In Europa ist die Eisfläche größer. Aber hier kann ich meine Geschwindigkeit noch besser ausnutzen. Es gefällt mir, mehr Platz zu haben.«

Er zeichnete sich auch am Sonntag gegen den Titelverteidiger EHC Red Bull München erneut als Torschütze aus. Doch sein vierter Saisontreffer beim zwischenzeitlichen 1:1 war zu wenig, um beim 2:4 die zweite Saisonniederlage zu verhindern. Die Münchner, die unerwartet schon zwei Saisonniederlagen erlitten hatten, waren nach dem 5:3 in Iserlohn vom achten auf den vierten Rang vorgerückt. Mit dem Heimsieg über die Eisbären etablierten sie sich nunmehr im gleichauf liegenden Spitzenquartett. Für den Tabellenzweiten aus Berlin geht die Nagelprobe aber unmittelbar weiter. Am kommenden Sonntag empfangen die Eisbären mit Mannheim einen weiteren Titelanwärter.

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