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Erdogan droht mit Stopp der Ölexporte in Kurdengebiet

  • Lesedauer: 2 Min.

Istanbul. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wegen des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums der irakischen Kurden an diesem Montag die Schließung der Grenze zur Kurdenregion angekündigt. Der Grenzübergang Habur werde in beide Richtungen geschlossen, sagte Erdogan am Montag in einer Rede in Istanbul. Zudem drohte er der kurdischen Autonomieregion in Nordirak mit dem Stopp ihrer lebenswichtigen Ölexporte.

»Anschließend werden wir sehen, an wen sie (ihr Öl) verkaufen. Der Hahn ist bei uns. Sie sind erledigt, sobald wir ihn zudrehen«, sagte Erdogan, der den Volksentscheid erneut als »illegitim« verurteilte. Die Türkei ist der wichtigste Handelspartner der irakischen Kurden, die zum Export ihres Erdöls auf die Pipeline ins türkische Ceylan angewiesen sind. Bisher unterhielten sie freundschaftliche Beziehungen zu Ankara.

Die türkische Regierung fürchtet aber ebenso wie Iran, dass sich ihre eigene kurdische Minderheit durch das Referendum in Nordirak in ihrem Streben nach Unabhängigkeit ermutigt fühlt. Iran schloss am Montag bereits seine Grenze zum Autonomiegebiet. Er folgte damit einer Bitte der Zentralregierung in Bagdad, die die Nachbarn aufgefordert hat, sämtliche Ölexporte und den Handel mit den Kurden zu stoppen.

Schon am Sonntag hatte Iran den Luftraum nach Nordirak geschlossen und alle Flüge nach Suleimanija und Erbil bis auf weiteres gestrichen. Außerdem fanden auch am Montag in den iranischen Grenzprovinzen West-Aserbaidschan und Kurdistan weitere Militärmanöver der Revolutionsgarden statt. Offiziell hat das Manöver nichts mit dem Referendum in Nordirak zu tun, aber wegen des Zeitpunkts wird von Beobachtern ein Zusammenhang zu den Entwicklungen in Irakisch-Kurdistan gesehen.

Präsident Hassan Ruhani hatte am Sonntagabend dem irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi versichert, dass der Iran gegen das Unabhängigkeitsreferendum sei und diesbezüglich voll und ganz auf der Seite der irakischen Zentralregierung stehe. Gleichzeitig aber hoffe er und sei sich auch sicher, dass Irak »besonnen und klug« auf das Referendum reagieren werde. Agenturen/nd

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