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Absicherung von Privilegien

Jürgen Amendt kritisiert Eltern, die sich gegen die Reformpädagogik auflehnen

  • Von Jürgen Amendt
  • Lesedauer: 2 Min.

Wer sind die größten Feinde der Kinder, die stärksten Bremser von Bildungsreformen? Nun, es sind nicht die Bildungspolitiker, nicht die Bildungsforscher, auch nicht die Lehrkräfte und Schulleitungen. Es sind Väter und Mütter und in besonderer Weise im Verbund mit ihnen Teile der Medien.

Natürlich sind nicht alle Eltern gegen jahrgangsübergreifendes Lernen, gegen stures Pauken und Auswendiglernen, für die Abschaffung von Zensuren oder einen Unterricht, in dem jedes Kind seinem eigenen Tempo gemäß lernt; aber der meinungsmächtige Teil der bildungsaffinen und akademisch geschulten Elternschaft macht sich oft lautstark bemerkbar, wenn es um die Absicherung der Privilegien ihrer Kinder geht. Der aus der Perspektive des Kindes formulierten Aufforderung der Bildungsreformerin Maria Montessori an Pädagogen wie an Eltern: »Hilf mir es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Hab Geduld, meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit«, wird spätestens dann bekämpft, wenn es um den Übergang in die weiterführenden Schulen geht. Dann werden Schulleitungen mit Elternbriefen traktiert, in denen Lehrerinnen und Lehrer an den Pranger gestellt werden, die keine Noten vergeben wollen oder die ihren Unterricht nicht auf das Lerntempo am Gymnasium umgestellt haben. Ihnen sekundieren Medien mit Rankings, aus denen hervorgehen soll, welche Schulen die besten oder in welchen Stadtteilen die Schülerleistungen besonders gut bzw. schlecht sind.

Bei diesem Wettbewerb bleiben jene auf der Strecke, die sich nicht meinungs- und lautstark artikulieren können und die keine Stimme in den Medien haben. Wer das ist? Ein Tipp: Viele davon sind auf den Fluren der Jobcenter anzutreffen.

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