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Alles neu bei Alba Berlin

Euphorie trotz erster Saisonniederlage

  • Von Florian Lütticke
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die Fans von Alba Berlin träumen wieder von großen Zeiten. In einer Choreographie zum Heimauftakt in die Saison der Basketball-Bundesliga erinnerten die Anhänger des Hauptstadtklubs an die acht Meistertitel - und forderten: »Es wird wieder Zeit!« Nach dem zweimaligen frühen Ausscheiden im Viertelfinale herrscht Aufbruchstimmung um den neuen Trainer Aito Garcia Reneses. Dass es aber noch ein langer Weg zurück in die nationale Spitze um die Branchenführer aus Bamberg und München ist, zeigte sich am Montagabend beim unnötigen 64:66 gegen Bremerhaven.

»Wir müssen noch viele Dinge lernen«, analysierte der 70-jährige Spanier Aito mit ruhiger, weicher Stimme. »Nicht nur technische Sachen, sondern vor allem mental. Weil wir das letzte Spiel gewonnen haben, haben wir mit zu wenig Konzentration und Intensität begonnen.« Zum Auftakt hatte Alba überraschend in Ulm gewonnen.

Um in Reichweite der ersten Meisterschaft seit 2008 zu kommen, hatten die Berliner im Sommer die halbe Mannschaft ausgetauscht und mit erhöhtem Etat sieben Neuzugänge verpflichtet. Königstransfer für das Saisonziel Halbfinale ist jedoch der Trainer als einer der renommiertesten des europäischen Basketballs. »Alle Spieler lieben ihn, er ist ein großartiger Trainer«, schwärmt der Litauer Marius Grigonis. »Ich bevorzuge diesen Stil, er ist sehr ruhig, erklärt viel. Er beschimpft dich nicht oder schreit dich an wie andere Trainer.«

Als dienstältester Berliner hat Akeem Vargas das Auf und Ab von Alba seit 2013 mitgemacht. »Wir haben sehr, sehr großes Potenzial«, sagt der Nationalspieler zum Kader, in dem kein Spieler älter als 28 Jahre ist. Dabei hat er einen Paradigmenwechsel festgestellt. Aito setzt auf ein System, in dem alle Spieler variabel einsetzbar sind. »Er stellt uns die Werkzeugkiste zur Verfügung und versucht, genügend Werkzeuge reinzulegen. Es ist strukturiert, aber ein bisschen an der langen Leine. Es ist schön, dass man genießen kann, Basketball zu spielen«, sagt Vargas und charakterisiert Aito: »Er ist mehr Basketballlehrer als Basketballcoach.«

Dabei vertraut der Spanier mit dem Ruf als Spielerentwickler auch jungen deutschen Talenten. So durfte der 20 Jahre alte Tim Schneider erneut 20 Minuten aufs Parkett und erzielte seine ersten Punkte in der Bundesliga. »Dass ein Trainer, der so ein Renommee hat, auf junge Spieler setzt, ist ein gutes Zeichen für alle«, lobte Bundestrainer Henrik Rödl und bezeichnete Aito als »Gewinn« für den deutschen Basketball. »Er ist fast eine Trainerlegende, die sich aber immer noch weiterentwickeln kann, weil er so gut ist.«

Vor der Saison erklärte der Alba-Coach seinem Team die mögliche Entwicklung mit einer Metapher. Auf einer Leiter gehe es darum, während der Spielzeit Sprosse für Sprosse empor zu steigen. Dabei könne es aber auch mal zu einem Schritt zurück kommen. »Ich fürchte, dass die Berg- und Talfahrt nicht in zwei Wochen beendet sein wird«, sagte Alba-Macher Marco Baldi nach der ersten Niederlage. »Es wird locker Dezember, bis wir verinnerlicht haben, wie es gehen soll.« dpa/nd

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