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Spaniens König Felipe zeigt sich kompromisslos

Kataloniens Regierungschef: Unabhängigkeit wird in wenigen Tagen erklärt / Auch Gegner der Loslösung wollen auf die Straße gehen

  • Lesedauer: 3 Min.

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Barcelona. Katalonien will binnen weniger Tage seine Unabhängigkeit von Spanien erklären. Das sagte der Chef der Regionalregierung Carles Puigdemont dem britischen Sender BBC in einem Interview am Dienstag. Seine Regierung werde Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche handeln, so Puigdemont. Ein mögliches Eingreifen der Zentralregierung in Madrid halte er für einen Fehler, sagte er weiter. Derzeit bestehe kein Kontakt zwischen der Regionalregierung von Katalonien und Madrid.

Bei dem Umstrittenen Referendum in der Region hatte eine deutliche Mehrheit der Wähler am Sonntag für eine Loslösung Kataloniens von Spanien gestimmt. Barcelona hatte das Referendum ungeachtet eines Verbots durch das Verfassungsgericht und auch gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid abgehalten.

In der Region demonstrierten mehrere Hunderttausend Menschen für die Unabhängigkeit und gegen Polizeigewalt. Zugleich legte am Dienstag ein Generalstreik weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. In Barcelona blieben die meisten Geschäfte und auch die die Metro-Stationen geschlossen. Zu den Kundgebungen und dem Ausstand hatten Gewerkschaften und andere Organisationen aufgerufen.

Nach den Protesten schaltete sich König Felipe VI. mit scharfer Kritik an der Regionalregierung erstmals in den Konflikt ein. Die Führung in Barcelona bewege sich »außerhalb des Gesetzes« und setze »die wirtschaftliche und soziale Stabilität Kataloniens und ganz Spaniens aufs Spiel«, sagte der Monarch am späten Abend in einer Fernsehansprache an die Nation. Es liege »in der Verantwortung des Staates, die verfassungsmäßige Ordnung sicherzustellen.«

»Die Hängepartie um die Unabhängigkeit geht weiter«
Katalonien-Experte Klaus-Jürgen Nagel über einen potenziellen Dialog zwischen der Regierung Kataloniens und Madrid

Während der Abstimmung am Sonntag war die von Madrid entsandte Staatspolizei teilweise hart gegen die Unabhängigkeitsbefürworter vorgegangen. Dabei wurden nach Angaben der Regionalregierung rund 900 Menschen verletzt.

Gegen diesen harten Einsatz richtete sich der Massenprotest, bei dem überwiegend Partystimmung herrschte. Allein in Katalonien waren nach Schätzung der Behörden rund 300.000 Menschen bis zum späten Abend auf den Straßen. Tausende sangen die katalanische Nationalhymne und riefen Parolen wie: »Die Straßen gehören uns!« oder »Besatzungskräfte raus!«, als ein Hubschrauber der Nationalpolizei über sie hinwegflog.

Die Zentralregierung prangerte zur selben Zeit in Madrid eine »Verfolgung« von Staatsbeamten durch die Katalanen an. Man werde »alles Nötige unternehmen«, um die Verfolgung zu stoppen, warnte Innenminister Juan Ignacio Zoido. Die 10.000 von Madrid entsandten Polizisten blieben am Dienstag jedoch fast alle in den Unterkünften. Einige hundert wurden von katalanischen Hotels aus Protest vor die Tür gesetzt.

Auch in Girona fanden sich mehr als 30.000 Menschen ein. In Reus, Tarragona und anderen Städten gab es ebenfalls Großdemonstrationen. Feuerwehrmänner waren mit von der Partie, Bauern protestierten auf ihren Traktoren und sperrten Straßen ab. Katalonien ist die wirtschaftsstärkste Region Spaniens und steuert knapp ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt des Königreichs bei.

Währenddessen bereitete sich die Regionalregierung weiter auf die Ausrufung der Unabhängigkeit vor. Abgeordnete erklärten laut Medienberichten, das Regionalparlament in Barcelona komme am Mittwoch zusammen, um einen Termin für die Sitzung festzulegen, bei der die Unabhängigkeitserklärung lanciert werden soll.

Gegner der Unabhängigkeit kündigten unterdessen für Sonntag eine Demonstration gegen die Abspaltung Kataloniens von Spanien an. Es gehe darum, wieder »die Vernunft zurückzugewinnen«, erklärte Àlex Ramos, der Vizepräsident der zivilen Organisation Societat Civil Catalana (SCC).

Felipe räumte ein, Spanien mache »schwierige Zeiten« durch. Man werde diese aber »überwinden und vorwärtskommen«, sagte das 49 Jahre alte Staatsoberhaupt. Allen Spaniern wolle er »eine Botschaft der Ruhe und der Hoffnung« übermitteln. Ohne demokratischen Respekt gebe es kein friedliches Zusammenleben. dpa/nd

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