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Botschaft an die Atommächte

Olaf Standke über den diesjährigen Friedensnobelpreis

  • Von Olaf Standke
  • Lesedauer: 1 Min.

Auch der amtierende US-Präsident stand auf der Vorschlagsliste für den diesjährigen Friedensnobelpreis. Jener Donald Trump, der den Konflikt um Nordkoreas Kernwaffen anheizt und gerade alles daran setzt, einen funktionierenden Vertrag zur Verringerung der nuklearen Bedrohung zu kippen - das Atomabkommen mit Iran. So gesehen kann man die Wahl des Osloer Komitees auch als Antwort auf seine gefährliche und verantwortungslose Politik sehen. Ob sie aber zum erhofften Zeichen für die dringend notwendige atomare Abrüstung wird, das liegt zuerst an allen Staaten, die Kernwaffen besitzen.

ICAN, die weltweite Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen, warnt nachdrücklich vor den katastrophalen humanitären Folgen jeglichen Kernwaffeneinsatzes und fordert die vollständige Liquidierung der gefährlichsten Massenvernichtungswaffen. Mit dem inzwischen bei den Vereinten Nationen zur Unterschrift ausliegenden Verbotsvertrag wäre ein völkerrechtliches Instrument vorhanden, um dieses Ziel endlich zu erreichen. Nur fällt es augenscheinlich schwer, von der machtpolitischen Währung der nuklearen Sprengköpfe zu lassen. Doch diese Preisverleihung stärkt nicht nur alle, die sich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen. Sie erhöht zugleich den Druck auf jene Regierungen, die den Vertrag bisher boykottiert haben. Auch die in Deutschland, wo noch immer US-Atombomben lagern. Denn das Schreckgespenst eines nuklearen Konflikts droht mehr denn je Realität zu werden.

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