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Gesundes Frühstück für 57 000 ErstklässlerInnen

Am Montag startete in Berlin und Brandenburg die Bio-Brotbox-Aktion für gesunde Kinderernährung

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Es ist Montagmorgen an der Theodor-Storm-Grundschule in Neukölln. Noch ist es ruhig in der festlich geschmückten Aula. Die winzigen Tische sind mit einem reichhaltigen und gesunden Frühstück gedeckt: Es gibt Obst, Gemüse und ein Glas frische Bio-Milch für alle Kinder. Sobald die Pausenglocke ertönt, ist es vorbei mit der Ruhe, über 50 ErstklässlerInnen stürmen in den Raum und betrachten neugierig die verteilten Lebensmittel.

Bevor es jedoch losgehen kann mit dem Frühstück, gibt es noch ein kleines Unterhaltungsprogramm. Ein Kinderchor singt ein Ständchen über Diversität: »Wir sind anders als ihr. Ihr seid anders als wir. Na und? Das macht das Leben eben bunt!«, rufen die Kleinen wild durcheinander. Ganz ohne schiefe Töne geht es dann weiter. Während die Schulleiterin die Gäste vorstellt, schielen die frisch Eingeschulten neugierig auf die Bio-Brotboxen, die die Erwachsenen da in den Händen halten. Auch wenn sie deren Inhalt mehr interessieren dürfte als die Personen, die sie vorstellen, begrüßen sie artig Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), Bezirksstadtrat Jan-Christopher Rämer (SPD) sowie einige der SponsorInnen der Initiative.

Bereits zum 16. Mal werden in Berlin zum Start des neuen Schuljahres die Bio-Brotboxen verteilt. Die OrganisatorInnen treten dafür ein, dass jedes Kind täglich ein gesundes Frühstück bekommt. »Es geht uns darum, auf das Thema gesunde Kinderernährung aufmerksam zu machen und insbesondere auf die Wichtigkeit von Pausenfrühstück für die Kinder«, sagt Barbara Heinze, Sprecherin der Bio-Brotbox GmbH. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts gehe morgens immer noch ein Drittel der Kinder ohne Frühstück aus dem Haus. Der Handlungsbedarf sei also groß, auch um Chancengleichheit zu schaffen, ist Heinze überzeugt.

Dieses Problem sieht auch Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey. »Ich habe heute hier mit mehreren Kindern gesprochen, die gesagt haben, dass sie heute noch nicht gefrühstückt haben. Das erleben wir ganz häufig an Neuköllner Schulen, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass die Kinder zu Hause frühstücken, bevor sie in die Schule kommen«, erzählt Giffey dem »nd«. Daher sei es umso wichtiger, ein Zeichen zu setzen, wie wichtig ein gesundes Frühstück und gesunde Ernährung sind. »Das ist nicht nur Erziehungsarbeit für die Kinder, sondern auch ein bisschen für die Eltern.« Es gehe darum, ein Bewusstsein zu schaffen und den Eltern zu vermitteln: »Liebe Leute, es gibt die Bio-Brotbox, und die kann jeden Tag wieder neu befüllt werden.«

Dafür verteilt die Organisation in diesem Jahr berlinweit rund 33 000 Brotboxen an 486 Schulen. Seit 2006 ist auch das Land Brandenburg dabei, hier erhalten am Montag über 23 000 ErstklässlerInnen an 531 Schulen ihr gesundes Frühstück. Das gemeinnützige Projekt, das sich komplett aus Spenden finanziert, hat seit seiner Gründung im Jahr 2002 bereits über 770 000 Bio-Brotboxen in Berlin und Brandenburg verteilt, bundesweit sind es sogar mehr als zwei Millionen. Damit erreicht die Organisation ein Viertel aller ErstklässlerInnen in Deutschland. In Berlin und Brandenburg sind es bereits alle ErstklässlerInnen.

Die Theodor-Storm-GrundschülerInnen haben ihre Brotbox mittlerweile erhalten und begutachten neugierig deren Inhalt. Das Vollkornbrot wird fleißig mit allem belegt, was sich in der Brotbox befindet: mit Gemüse-Aufstrich und Banane obendrauf.

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