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Spanische Faschisten »gehen auf die Jagd«

Rechte Demonstranten haben in Valencia Unterstützer der Unabhängigkeit Kataloniens angegriffen

  • Von Ralf Streck, Barcelona
  • Lesedauer: 3 Min.
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Die Bilder aus der spanischen Region Valencia sind grässlich. Sie zeigen, welche Wirkung die nationalistische spanische Mobilmachung gegen die katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen zeitigt. Am Montag haben Rechtsradikale – meist mit den Stangen ihrer spanischen Fahnen - eine Demonstration angegriffen, die sich mit dem katalanischen Prozess solidarisiert hat.

Es traf auch einen Fotografen der spanischen Tageszeitung El País. Die rechten Ultras hatten versucht, ihm die Kamera zu stehlen. In diesem Fall griff die Nationalpolizei ein, die sich sonst sehr zurückhielt. Dabei war die Gegendemonstration der Ultrarechten nicht erlaubt. In der Stadt gibt es jedes Jahr Demonstrationen für das Selbstbestimmungsrecht am »Tag Valencias«. In der Region um die Stadt wird praktisch die gleiche Sprache wie in Katalonien gesprochen, viele Bewohner sehen sich als Katalanen.

Einer, der von den Rechtsextremen verprügelt wurde, war Vicente D. Gegenüber eldiario.es spricht er von einer »Jagd der Rechtsextremen«. Die hätten sich längst auf dem Platz befunden, wo sich die Demonstration versammeln sollte. Die Polizei hätte des gestattet. Sie hätten immer wieder mutmaßliche Demonstrationsteilnehmer und auch Migranten attackiert, ohne Reaktion von Seiten der Polizei. Die sei viel zu schwach präsent gewesen und hätte schon deshalb kaum etwas ausrichten können. »Was mich wütend macht, ist, dass von Auseinandersetzungen gesprochen wird«, kritisiert er spanische Medien, »dabei waren es Angriffe«.

Auch am Vortag in Barcelona bei der Großdemonstration gegen die Unabhängigkeit kam es zu ähnlichen Szenen. Auf der Demonstration waren aus ganz Spanien angereiste Neonazis unterwegs, die den Hitlergruß zeigten. Ausnahmen waren das nicht wie auch die britische Dailymail festgestellt hat Pressevertreter wurden behindert, Regionalpolizisten und Feuerwehrleute massiv beschimpft.

Der Sprecher der regierenden spanischen Volkspartei (PP) hatte am Montag vor den Vorgängen in Valencia mit einer Bemerkung provoziert. Er sprach von »Putschisten« in Katalonien, mit denen es nichts zu verhandeln gäbe. Mit Bezug auf den ehemaligen katalanischen Regierungschef Lluís Companys warnte er, dass Regierungschef Carles Puigdemont »wie dieser enden« könne. Companys hatte vor 83 Jahren die spanische Republik ausgerufen. Der frühere Chef der linksnationalistischen ERC ging nach dem Putsch der Franquisten und dem Ende des Bürgerkriegs nach Frankreich, wurde dort nach der Besetzung durch Nazi-Deutschland von der Gestapo verhaftet, an Spanien ausgeliefert, schwer gefoltert und schließlich erschossen.

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