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Metaller rüsten sich für anstehende Tarifverhandlungen / Ost-West-Unterschiede sollen beseitigt werden

  • Von Hans-Gerd Öfinger, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: 2 Min.

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»Wir haben wahrlich keinen Grund zur Zurückhaltung«, sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann in der Frankfurter IG-Metall-Zen- trale und verwies auf »glänzende Geschäftsergebnisse« der Konzerne und eine Kapazitätsauslastung der Metall- und Elektroindustrie von rund 88 Prozent. Die 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche hätten die Gewinne erwirtschaftet und müssten daran teilhaben. Weil in vielen Betrieben das Mantra »Vollzeit - Überstunden - Flexibilität - Leistungsdruck« gelte, sei es zudem höchste Zeit für »Arbeitszeiten, die zum Leben passen«, so der Metaller.

Nach dem Willen der IG Metall sollen alle Beschäftigten der Branche auf eigenen Wunsch ihre Wochenarbeitszeit für zwei Jahre auf 28 Stunden reduzieren können. Nach Ablauf der Frist sollen sie zur Vollzeit zurückkehren können. Vor allem für die Bezieher niedriger Einkommen soll es einen finanziellen Ausgleich geben, damit die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf keine Frage des Einkommens ist. Auch für Schichtarbeiter und Beschäftigte mit besonderer Belastung am Arbeitsplatz müsse es mehr Freizeitausgleich geben, so Hofmann. »Arbeit darf nicht krank machen. Gegen belastende Arbeitszeitmodelle hilft am besten die Arbeitszeitverkürzung.«

Dass viele Beschäftigte, vor allem Frauen, flexible Modelle wünschten und nicht in der Teilzeitfalle festkleben wollten, ist laut Hofmann auch das Fazit gewerkschaftsinterner Diskussionen und einer Befragung, an der sich über 680.000 Beschäftigte beteiligt hatten. Derzeit sind nur rund 20 Prozent der Metall- und Elektrobelegschaften Frauen. Ihre Qualifikation und Kompetenz könne die Branche durch bessere Vereinbarkeit besser nutzen.

Neben höheren Löhnen und individueller Arbeitszeitverkürzung strebt die IG Metall in den Tarifverträgen für Auszubildende und dual Studierende pro Prüfungstag einen freien Tag zur Prüfungsvorbereitung an. Zudem soll für die ostdeutsche Industrie die tarifliche Wochenarbeitszeit auf Westniveau gesenkt werden. »Viele empfinden es als sehr ungerecht, dass oftmals in ein und demselben Konzern im Westen die 35-Stunden-Woche und im Osten die 38-Stunden-Woche gilt und die Beschäftigten im Osten deutlich weniger verdienen«, so Hofmann. Die kommende Tarifbewegung müsse hier »einen Prozess definieren, wie wir diese Spaltung mittelfristig überwinden«.

Die bestehenden Tarifverträge laufen bis Ende 2017, bis dahin gilt auch die Friedenspflicht. Nun sind die zuständigen IG-Metall-Bezirke am Zuge. Sie sollen am 24. Oktober über die konkreten Forderungen und eine Kündigung der Tarifverträge beraten und ab Mitte November regional mit der Arbeitgeberseite verhandeln. Nach einer Kündigung der Verträge sind Warnstreiks ab Anfang Januar 2018 möglich.

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