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BUND kritisiert Konzept für Atommüllzwischenlager

Studie offenbart fehlende Reparaturmöglichkeiten und mangelnden Terrorschutz

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Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine Überprüfung des Konzepts für die Atommüllzwischenlager gefordert. Eine von der Umweltorganisation am Donnerstag in Berlin vorgelegte Studie kommt zu dem Schluss, dass die Sicherung und auch die Sicherheit der Zwischenlager problematisch sind. Studienautorin Oda Becker bemängelte demnach unter anderem fehlende Reparatur- und Inspektionsmöglichkeiten und einen unzureichenden Schutz gegen potenzielle Terroranschläge.

Außerdem werden die Zwischenlager der Studie zufolge deutlich länger als geplant und bisher genehmigt in Betrieb bleiben müssen, weil mit der Einlagerung des Atommülls in ein tiefengeologisches Lager erst ab 2050 oder deutlich später begonnen werden kann. Dies berge neue Risiken.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte daher mehr Transparenz und ein Ende der »Politik des Durchwurschtelns«. Angesichts der zunehmenden Sicherheitsrisiken müsse es einen breiten öffentlichen Diskurs unter Beteiligung der Bürger an den Zwischenlagerstandorten geben. Es müsse diskutiert werden, »wie die Zwischenlagerung weitergehen soll, welche Nachrüstungen erforderlich sind und ob eventuell verbesserte Neubauten die alten Lager ersetzen müssen«, erklärte Weiger.

Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll stehen in den zentralen Zwischenlagern in Gorleben, Ahaus und Lubmin. Daneben gibt es zwölf weitere Standortzwischenlager bei den Atomkraftwerken und das Behälterlager in Jülich. Trotz Nachrüstungen an einigen Zwischenlagergebäuden ist der Terrorschutz der BUND-Studie zufolge unzureichend. »Eine bewaffnete und entschlossene Terrorgruppe ist nach wie vor in der Lage, in die oberirdischen Zwischenlager einzudringen«, erklärte Becker.

Zudem seien die Sicherheitsnachweise für die Castorbehälter in den Zwischenlagern nur für 40 Jahre geführt worden. Bei einer verlängerten Zwischenlagerung könnten Alterungseffekte negative Auswirkungen auf die Sicherheit haben. Als »sicherheitstechnisch relevant« bezeichnete die Studie Materialveränderungen unter anderem an der Primärdeckeldichtung, dem Tragkorb zur Aufnahme von Brennelementen und der Behälterinnenwand. An allen Zwischenlagerstandorten fehlten nach Stilllegung der Atomkraftwerke zudem Möglichkeiten zur Reparatur schadhafter Castorbehälter.

Die Umweltorganisation forderte vom neuen Bundestag eine öffentliche Debatte über die Atommüllzwischenlagerung. »Wer Vertrauen in ein neues Suchverfahren für ein Atommüllendlager aufbauen will, der muss auch die derzeitigen Zwischenlagerprobleme offen diskutieren und unter Beteiligung der aktuell Betroffenen das Atommüllzwischenlagerkonzept überprüfen«, erklärte Weiger.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe gegen eine Langzeitzwischenlagerung von Atommüll gewandt. Die notwendigen Entscheidungen über den Umgang mit radioaktiven Abfällen dürften nicht künftigen Generationen überlassen werden. Zudem forderte die Kommission ebenfalls eine Überprüfung des bestehenden Zwischenlagerkonzepts. Dieses müsse sich auf notwendige Sicherheitsmaßnahmen sowie auf Möglichkeiten zur Reparatur beschädigter Behälter sowie zu einem Umpacken von Atommüll erstrecken.

Gegen die im Sommer begonnenen Castor-Transporte auf dem Neckar in Baden-Württemberg kommt es immer wieder zu Protestaktionen. Agenturen/nd

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