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Für Jan Hecker war die Flüchtlingskrise keine Krise. Es war im Jahr 2015, als Angela Merkel mit ihrem »Wir schaffen das« bei Hunderttausenden Flüchtlingen die Illusion weckte, dass sie hier allesamt willkommen seien. Die Kanzlerin geriet unter Druck und der Chef des Kanzleramtes sollte die Kastanien aus dem Feuer holen. Peter Altmaier, nun Flüchtlingspolitikkoordinator, erinnerte sich in dieser Situation des Richters am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Jan Hecker, den er aus gemeinsamer Zeit im Bundesinnenministerium kannte. Dieser folgte seinem dringenden Ruf im Oktober, als Leiter der Stabsstelle für die Koordinierung der Flüchtlingspolitik wurde er Altmaiers rechte Hand in diesen Fragen. Und wohl auch der Kanzlerin fiel er durch Sachkunde und stringente Zuarbeiten auf.

Seit Donnerstag ist Hecker außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin, einer der wichtigsten Leute hinter ihr. Der Vater dreier Kinder löst Christoph Heusgen als Leiter der außenpolitischen Abteilung im Kanzleramt ab, der jetzt Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York ist. Nun begleitet Hecker die Kanzlerin auf allen Reisen; schon bisher, so berichtete die »Süddeutsche Zeitung«, war er an den Verhandlungen beteiligt, die Deutschland mit den sogenannten Flüchtlingstransitländern führt - Niger, Mali, Libyen. Man darf wohl schließen, dass er in Merkels Sinne fleißig daran mitwirken wird, den Flüchtlingsdruck im Sinne der europäischen Konservativen zu einem Problem der Anrainerstaaten am Rande Europas werden zu lassen.

An kühlem Verstand fehlt es Hecker nicht, der als Jurist in Göttingen promovierte und an der Viadrina in Frankfurt an der Oder habilitierte. Hecker wurde mit 43 Jahren außerplanmäßiger Professor. Die »Süddeutsche Zeitung« berichtete, wie Horst Seehofer 2015 eine von der CSU angedrohte Verfassungsklage gegen das Bundeskanzleramt in der Schublade verschwinden ließ, als die von Hecker verfasste dreiseitige Stellungnahme eintraf. Die Karriere des jetzt 50-Jährigen könnte noch manche Überraschung bergen.

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