Werbung

Tillich auf dem rechten Weg

Sachsens Ministerpräsident tritt nach CDU-Schlappe und AfD-Erfolg ab

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Dresden. Dreieinhalb Wochen nach der schweren Niederlage der sächsischen CDU bei der Bundestagswahl hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich seinen Rücktritt angekündigt. Nach neun Jahren im Amt will er im Dezember als Regierungschef abtreten. Auch als CDU-Landesvorsitzender werde er bei dem Parteitag im Dezember nicht mehr zu Verfügung stehen, sagte Tillich am Mittwoch in Dresden. Als seinen Nachfolger will er den sächsischen CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer vorschlagen. Dieser hatte bei der Bundestagswahl überraschend sein Direktmandat verloren.

Die sächsische CDU steht innerhalb der Union am rechten Rand. Tillich hatte schon 2015 erklärt, der Islam gehöre nicht zu Sachsen. In dem Bundesland gab es immer wieder Übergriffe aus Flüchtlinge, und der CDU wurde vorgeworfen, die Gewalt zu relativieren. Ausgerechnet in diesem Bundesland wurde die rechtspopulistische AfD dann bei der Bundestagswahl im September stärkste politische Kraft und übertraf mit 27 Prozent die seit der Wende in Sachsen regierende CDU um 0,1 Prozentpunkte.

Doch Tillich, der seit seit 2008 im Amt ist, blieb auf Rechtskurs. Nach der Wahl forderte er einen Kursschwenk der CDU und eine schärfere Asyl- und Einwanderungspolitik. »Wir haben Platz gelassen rechts von der Mitte. Viele unserer Anhänger haben uns nicht mehr für wählbar gehalten«, sagte der CDU-Politiker.

Mit solchen harten Sprüchen konnte er allerdings viele Parteifreunde nicht mehr beruhigen. In der CDU machte sich Angst breit, bei der Landtagswahl in nicht einmal zwei Jahren wieder zu verlieren. Seit Tagen war über eine größere Regierungsumbildung spekuliert worden. Dass Tillich selbst zurücktritt, hatten viele indessen nicht erwartet. nd Seite 6

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen